Stand: 04.10.2019 21:08 Uhr

VW-Skandal: Anklagebehörde soll weiter ermitteln

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In der juristischen Aufarbeitung des VW-Dieselskandals muss die Staatsanwaltschaft Braunschweig viel Kritik einstecken. (Themenbild)

Das für den VW-Betrugsskandal zuständige Landgericht Braunschweig hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig nach Informationen des NDR und der "Süddeutschen Zeitung" zu weiteren Ermittlungen aufgefordert. Es sei nicht genau klar, welche Person bei der amerikanischen VW-Tochter die mutmaßlich manipulierten Autos überhaupt in die USA gebracht habe, heißt es in einem Schriftsatz des Landgerichts.

Wieder hält Gericht die Ermittlungen für unzureichend

Damit hält das zuständige Gericht ein zweites Mal die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft für noch nicht ausreichend. Erst vor zwei Wochen hatte das Gericht der Staatsanwaltschaft vorgeschlagen, einen Sachverständigen zu beauftragen, der klären soll, in wie vielen Autos die Betrugssoftware überhaupt aktiv ist. Noch ist die letzte Entscheidung nicht gefallen, aber es gilt als wahrscheinlich, dass es zu dem Gutachten kommen wird.

Überprüfung könnte Prozess gegen Winterkorn verzögern

Eine solche Überprüfung wird den Prozess gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn und die anderen Angeklagten um Monate verzögern. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wollte sich auf Anfrage von NDR und "Süddeutscher Zeitung" zu dem neuen Auftrag des Gerichts nicht äußern. Das Verfahren "werde nicht öffentlich geführt".

Verteidiger werfen Anklage schlechte Ermittlungen vor

Der zuständige Richter, der jetzt beim Landgericht Braunschweig über die Eröffnung des Prozesses entscheiden muss, gilt in Justizkreisen als ein sehr akribisch arbeitender Jurist. Die Verteidiger hatten der Staatsanwaltschaft in der Vergangenheit immer wieder mangelhafte Ermittlungen vorgeworfen. Diesen Vorwurf hatten die Braunschweiger Strafverfolger energisch zurückgewiesen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.10.2019 | 08:00 Uhr

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