Stand: 01.07.2020 21:07 Uhr

VW Salzgitter: Von Tradition und Transformation

Das Volkswagen-Werk Salzgitter. © dpa Foto: Silas Stein
Noch werden im VW-Werk Salzgitter vor allem Verbrennungsmotoren gefertigt. Künftig stehen Batteriezellen und -module im Mittelpunkt. (Themenbild)

Auf den Tag genau vor 50 Jahren fing alles an: Volkswagen eröffnete sein Werk in Salzgitter. Nun, am 1. Juli 2020, erreichen und verlassen etwa 250 Lkw und 40 Eisenbahnwaggons pro Tag den Standort. Täglich werden bis zu 7.000 Otto- und Dieselmotoren in über 200 Varianten gefertigt. Und: In Salzgitter sucht das Unternehmen nach seiner Zukunft. Das Werk soll nach und nach für die Entwicklung und Fertigung von Batteriezellen und -modulen umgebaut werden.

VIDEO: Motorenschmiede: VW-Werk Salzgitter wird 50 (3 Min)

Zukunft? Vieles unklar

Im Augenblick kann im VW-Komponentenwerk Salzgitter niemand genau sagen, wie viele der 7.100 Mitarbeiter hier auch zukünftig arbeiten. Zum einen werden in verschiedenen Bereichen über Altersteilzeitregelungen und Renteneintritte Stellen abgebaut - gleichzeitig entstehen im Geschäftsfeld Batteriezelle und Produktion für Elektromotoren auch vollkommen neue Arbeitsbereiche. Beim Zellfertigungs-Joint-Venture mit dem schwedischen Partner Northvolt etwa liegt die Spannweite neuer Arbeitsplätze je nach Umfang der produzierten Gigawattstunden zwischen 700 und 1.600 Mitarbeitern.

Geld wird mit konventionellen Motoren verdient

Die Produktion von Verbrennungsmotoren ist rückläufig. Nach einer Jahresproduktion in den Vorjahren von 1,6 Millionen waren es 2019 nur noch etwa 1,3 Millionen. Trotzdem: Noch wird mit den klassischen Benziner- und Dieselantrieben das Geld für Investitionen in CO2-ärmere Motoren verdient.

Werksleiter: "Potenzial überschaubar"

Ob der Wechsel der meisten Mitarbeiter in diese neue Technikwelt allerdings gelingt, darüber will auch VW-Werksleiter Andreas Salewsky keine Prognose wagen. Die vielbeschworene Transformation sei in vollem Gange, das Ergebnis nicht absehbar. "Einiges wird davon abhängen, ob auch der kommende Schritt, der für Ende des Jahres geplant ist, gelingt. Das Batterierecycling soll dann zunächst als Versuchsanlage in Betrieb gehen. Hier allerdings ist das Potenzial neuer Arbeitsplätze zunächst überschaubar: Im Einschichtbetrieb sollen hier zunächst vier bis fünf neue Stellen entstehen", sagte Salewsky.

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