Im Vordergrund Herbert Diess, im Hintergrund das Bild eines VW-Autos. © dpa-Bildfunk/Silas Stein/dpa Foto: Silas Stein

VW-Konzernspitze stellt klar: Großer Jobabbau "kein Thema"

Stand: 14.10.2021 06:52 Uhr

VW-Konzernchef Diess soll im Aufsichtsrat gesagt haben, dass bei Volkswagen möglicherweise bis zu 30.000 Jobs auf der Kippe stehen. Die Arbeitnehmerseite reagierte empört. Jetzt gibt es Entwarnung.

Bei Volkswagen soll es trotz des steigenden Konkurrenzdrucks durch Tesla keine Pläne zur angeblichen Streichung Zehntausender Jobs geben. Die Konzernspitze trat am Mittwoch entsprechenden Spekulationen entgegen. "Ein Abbau von 30.000 Stellen ist kein Thema", hieß es aus dem Umfeld von Vorstandschef Herbert Diess. Zuvor waren Berichte kursiert, wonach erhebliche Kürzungen etwa am Stammsitz Wolfsburg bevorstehen könnten. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dass bei der Kernmarke VW ein Abbau von bis zu 30.000 Stellen möglich sei.

Konzern: Es gibt keine konkreten Szenarien

Diess soll nach Informationen aus Unternehmenskreisen bei einer Aufsichtsratssitzung im September zwar über die Zahl 30.000 gesprochen haben. Dabei sei es aber nicht um ein etwaiges, unmittelbares Szenario drohender Arbeitsplatzverluste gegangen, betonte VW. Wie es heißt, habe Diess vorgetragen, was passieren könnte, falls die Lieferkrise bei Mikrochips anhalten sollte oder die Terminierung von VW-Zukunftsprojekten überdacht werden müsse. In dem Zusammenhang habe er dann auch die Lage am Hauptsitz offensiv thematisiert - zur Überraschung der Kontrolleure.

Betriebsratschefin hält Abbau von 30.000 Stellen für "absurd"

VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo wandte sich am Mittwoch im Intranet an die Belegschaft: "Die Schlagzeilen vom heutigen Vormittag haben bei vielen von euch zu Recht Fragen und zum Teil leider auch Sorgen ausgelöst." Ein Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen wäre "absurd", schrieb sie. Sie erwarte, "dass der Konzernvorstand sofort unmissverständlich klarstellt: Es gibt keine Gedankenspiele über irgendeinen Arbeitsplatzabbau." Die bei Volkswagen sehr einflussreiche IG Metall betonte: "Klar ist, dass ein Stellenabbau von 30.000 Arbeitsplätzen nicht diskutabel ist."

In Emden verweist man auf die Arbeitsplatzgarantie bis 2029

Auch der Betriebsratschef von VW in Emden, Manfred Wulff, hat die Pläne von Konzernchef Diess zurückgewiesen. Die Zahlen entbehrten jeder Grundlage, sagte Wulf den NDR in Niedersachsen. Mit dem Betriebsrat sei nie darüber gesprochen worden. Außerdem gebe es eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2029. Die Konzernspitze hatte zwar immer gesagt, dass beim Bau von E-Autos ein Drittel weniger Handgriffe notwendig seien. Das aber gelte aber für die gesamte Wertschöpfungskette, nicht für die reine Produktion in Emden, so Wulff. In zehn Jahren könnten in der Tat insgesamt weniger Menschen bei VW beschäftigt sein. Das liege aber nicht an den E-Autos, sondern am demografischen Wandel und der fortschreitenden Automatisierung, so Wulff.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.10.2021 | 14:00 Uhr

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