Auf einem Glasdurchgang ist der Schriftzug «Volkswagen Financial Services» zu sehen. © Gingco.Net/Volkswagen Financial Services/dpa

VW-Finanztochter erzielt Rekordgewinn im ersten Halbjahr

Stand: 04.08.2021 14:03 Uhr

Die Finanzsparte des VW-Konzerns hat das beste Betriebsergebnis in einem Halbjahr eingebracht. Als Gründe werden eine sich erholende Konjunktur und eine erhöhte Nachfrage nach Gebrauchtwagen genannt.

Es gebe starke Nachholeffekte und die Menschen würden wieder mehr Geld ausgeben, sagte der Finanzvorstand von Volkswagen Financial Services (VWFS), Frank Fiedler, am Mittwoch. "Es gab auch fast keine Ausfälle, nachdem wir letztes Jahr noch Stundungen und Moratorien mit einigen Kunden vereinbart hatten." Durch einen robusten Wiederanlauf der Konjunktur Anfang 2021 habe es "einen erheblichen Effekt" gegeben. VWFS mit Sitz in Braunschweig ist bei dem Autobauer für Finanzierung, Leasing, Versicherungen und neue Dienste rund um meist konzerneigene Fahrzeuge zuständig. Zudem wird der Handel mit Gebrauchtwagen - auch anderer Marken - wichtiger.

Lange Wartezeiten bei Neuwagen begünstigen Gebrauchtwagenmarkt

Viele Verbraucher hielten in letzter Zeit auch angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit eher nach einem gebrauchten statt nach einem neuen Auto Ausschau. Dementsprechend sind die Preise am Markt derzeit so hoch wie selten. Auch gute Verkaufszahlen der neuen Elektroautos der ID-Serie von VW schlagen positiv zu Buche, die Restwerte auch dieser Modelle werden als hoch angesehen. Die Nachfrage nach Gebrauchten werde auch durch lange Wartezeiten und Ausfälle wegen des Mikrochip-Mangels im Neuwagengeschäft ausgelöst, sagte Fiedler.

VWFS soll sich breiter aufstellen

Insgesamt erzielte VWFS im ersten Halbjahr einen Rekordgewinn von 2,34 Milliarden Euro. In den ersten sechs Monaten 2020, als Autohäuser und Werke wegen der Pandemie dicht waren, betrug der Gewinn noch weniger als die Hälfte. Vor Steuern verdiente das Unternehmen etwa 2,28 Milliarden Euro. Für Deutschland nannte VWFS sowohl für die neuen Verträge als auch für den Bestand leichte Rückgänge um 1,0 sowie 1,2 Prozent. In den anderen wichtigen Märkten Westeuropas, den USA und China legten die Zahlen hingegen zu. Die geringen Rückgänge für Deutschland erklärten sich daraus, dass es hier im Vorjahr noch ein relativ gutes Niveau gegeben habe. Der Konzern will die Finanztochter künftig auch in die geplante Mobilitätsplattform einbinden. Sogenannte Auto-Abos sollen als eine Art flexibleres Kurzzeit-Leasing Verbraucher an die E-Mobilität heranführen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 04.08.2021 | 15:00 Uhr

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