Stand: 13.08.2020 15:20 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

VW-Abhör-Affäre: Ist der Tote der "Maulwurf"?

Am Wegrand ist der Fundort der einer verkohlte Leiche mit Flatterband abgesperrt. © aktuell24
Am Montag ist ein Mann in einem Auto verbrannt. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um den in der VW-Abhör-Affäre entlassenen VW-Mitarbeiter handelt.

Der entlassene VW-Mitarbeiter, der als "Maulwurf" interne Gespräche über den Volkswagen-Zulieferer Prevent mitgeschnitten haben soll, ist vermutlich tot. Wie der NDR in Niedersachsen berichtet, hat die Feuerwehr am Montagabend eine verkohlte Leiche in einem brennenden Auto in Rottorf (Landkreis Helmstedt) entdeckt. Die Identität des Toten sei noch nicht zweifelsfrei geklärt, sagte Julia Meyer von der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Das Ergebnis einer Obduktion stehe noch aus. Meyer bestätigte allerdings, dass es sich bei dem Auto um den Wagen des Mannes handelt, der als Verdächtiger in der Abhör-Affäre gilt. Zuvor hatten die "Wolfsburger Nachrichten" über den Fall berichtet.

Keine Hinweise auf Fremdverschulden

Bisher gebe es keine Hinweise auf Fremdverschulden, sagte Meyer. Weitere Auskünfte zur Todesursache könne sie noch nicht geben. Erst am Montag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig einen Zusammenhang zwischen einem möglichen Brandanschlag auf das Haus des ehemaligen VW-Mitarbeiters und der Abhör-Affäre prüft.

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Am Montagabend wurde in einem brennenden Auto eine Leiche entdeckt. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen in der VW-Abhör-Affäre entlassenen VW-Mitarbeiter handelt. 3 Min

50 Stunden Tonmaterial aufgenommen

Dem Mann wird vorgeworfen, in den Jahren 2017 und 2018 Gespräche einer VW-Arbeitsgruppe mitgeschnitten zu haben. Wie das Magazin "Business Insider" berichtete, ging es in den Gesprächen offenbar darum, den Zulieferer Prevent loszuwerden. Demnach seien rund 50 Stunden Tonmaterial aufgezeichnet worden. VW erstattete Strafanzeige, der Mitarbeiter wurde entlassen. Der Mann stritt die Vorwürfe bis zuletzt ab. VW hält sich derweil bedeckt. "Volkswagen liegen dazu keine bestätigten Informationen vor", sagte ein Sprecher. "Zum Verfahren gegen den freigestellten Mitarbeiter äußern wir uns wie bislang nicht, sondern verweisen auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.08.2020 | 18:00 Uhr

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