Stand: 13.02.2019 14:45 Uhr

VW: 100 Kündigungen wegen Fehlverhaltens

Nach dem Diesel-Skandal hatte sich Volkswagen vorgenommen, sauberer und ehrlicher zu werden. Auch transparenter wollte der Weltkonzern werden - zumindest intern. Seit vergangenem Herbst veröffentlicht der Autobauer Zahlen zum Fehlverhalten Einzelner im Unternehmen und die daraus folgenden Sanktionen in der Mitarbeiterzeitung "Inside". Laut der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" (WAZ) hat die "Inside" nun von 100 Fällen berichtet, in denen VW im vergangenen Jahr mit einer Kündigung reagiert hat. Die 100 Fälle beziehen sich auf die fünf westdeutschen Standorte in Wolfsburg, Hannover, Kassel, Emden und Salzgitter mit ihren rund 112.500 Beschäftigten.

Zwei Kündigungen wegen sexueller Belästigung

Allein 45 Mitarbeiter mussten das Unternehmen wegen Verstößen gegen die Arbeitszeit verlassen. Neunmal waren Eigentumsdelikte oder betrügerische Handlungen der Kündigungsgrund. In je sieben Fällen ging es um "Nichterbringung der geschuldeten Arbeitsleistung" oder um einen Verstoß gegen das Alkohol- und Drogenverbot. Sechs Entlassungen sprach das Unternehmen wegen einer "Störung des Betriebsfriedens" aus, worunter zum Beispiel Tätlichkeiten, Drohungen oder Beleidigungen fallen. Zwei Mal ist demnach sexuelle Belästigung Anlass für VW gewesen, das Arbeitsverhältnis zu beenden. Unter die Kategorie "Sonstige Verstöße gegen arbeitsrechtliche Verpflichtungen" fielen 19 Kündigungen. Dazu gehören zum Beispiel Verstöße gegen die Verhaltensgrundsätze, gegen Verkehrsregeln auf dem Betriebsgelände oder unerlaubte Nebentätigkeiten.

Fünf Kündigungen wegen Diesel-Skandals

Auch der Diesel-Skandal hatte seine Auswirkungen: Fünf Mitarbeitern habe Volkswagen wegen Verstößen gegen das Umweltrecht gekündigt, heißt es in der WAZ. Dabei handelte es sich um Führungskräfte, denen der Autobauer "schwerwiegende Verfehlungen" im Zusammenhang mit den Abgas-Manipulationen vorwirft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 13.02.2019 | 14:30 Uhr

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