Stand: 20.09.2018 15:30 Uhr

US-Sanktionen gegen Iran: VW sieht "Auswirkungen"

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US-Botschafter Grenell twitterte, dass VW die US-Sanktionen befolgen wolle. (Archiv)

Will Volkswagen sich auf Druck der Vereinigten Staaten aus dem Geschäft im Iran zurückziehen? Diese Darstellung hat die US-Nachrichtenagentur Bloomberg veröffentlicht. Bloomberg bezieht sich dabei auf eine Äußerung des US-Botschafters in Deutschland, Richard Grenell. Dieser hatte über den Account der US-Vertretung getwittert: "Volkswagen hat uns mitgeteilt, die US-Sanktionen gegen den Iran zu befolgen." VW wollte sich nicht näher dazu äußern, teilte aber mit: VW beobachte die Entwicklung des politischen und wirtschaftlichen Umfelds im Iran und in der Region sehr genau. "Dabei berücksichtigen wir auch mögliche Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Wiedereinsatz der US-Sanktionen", hieß es weiter aus Wolfsburg.

Grenells Vorstoß: Kein Einzelfall

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Hintergrund: Sanktionen gegen den Iran

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Der Vorstoß von US-Botschafter Grenell ist kein Einzelfall. Er hatte von der deutschen Wirtschaft bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Frühjahr verlangt, Investitionen im Iran zurückzufahren. Zwischenzeitlich twitterte er, dass Siemens und BASF sich aus dem Iran zurückgezogen hätten. Beide Konzerne teilten daraufhin mit, man halte sich weiter an alle geltenden Gesetze. Siemens werde "geeignete Maßnahmen ergreifen, um seine Geschäftsaktivitäten mit den sich verändernden multilateralen Rahmenbedingungen bezüglich Iran in Einklang zu bringen", hieß es bei dem Münchener Konzern. BASF erklärte, man werde weiterhin Geschäft im Iran betreiben.

Rückkehr nach 17 Jahren

Volkswagen war im Juli 2017 nach über 17 Jahren auf den iranischen Markt zurückgekehrt. Nach dem vorläufigen Ende der US-Strafmaßnahmen gegen Teheran hatte VW mit dem lokalen Partner Mammut Khodro den Verkauf von Autos gestartet. Die USA haben sich auf Betreiben von US-Präsident Donald Trump aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen und Sanktionen gegen das islamistisch geführte Land verhängt. So will Trump neue Verhandlungen über ein strikteres Abkommen erzwingen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.09.2018 | 17:00 Uhr

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