Stand: 04.09.2019 11:57 Uhr

US-Kontrolleur sieht bei VW keine Verstöße mehr

Der nach dem Abgasskandal von der US-Regierung eingesetzte externe Prüfer Larry Thompson hat in seinem zweiten Jahr bei VW in Wolfsburg keine Verstöße gegen die Auflagen der US-Behörden festgestellt. Thompson wies am Mittwoch jedoch darauf hin, dass seine Prüfungen noch nicht abgeschlossen seien. "Ich habe nicht gesagt, dass alles in Ordnung ist." Im nun anstehenden letzten Jahr seiner Tätigkeit will Thompson eigenen Angaben zufolge "schlussendliche Empfehlungen erarbeiten", an welchen Stellen der Konzern die Einhaltung von Regeln weiter verbessern kann. VW hatte sich nach dem Auffliegen der Manipulationen an Dieselautos mehr dezentrale Entscheidungen, die Beachtung anonymer Hinweise auf Fehlverhalten und eine generell bessere Firmenkultur auf die Fahnen geschrieben.

VW-Managerin sieht Umsetzung gelungen

Aus Sicht von Hiltrud Werner, Vorstand der Volkswagen AG für Integrität und Recht, ist es "in den letzten zwölf Monaten gelungen, die wichtigen Prozessveränderungen wie vereinbart umzusetzen". Sowohl das Management als auch immer größere Teile der Belegschaft hielten sich an die geltenden Richtlinien und die neue Unternehmenskultur. In 90 Prozent der Fälle würden Hinweise auf Verstöße mit Quelle und nicht mehr anonym gemeldet, sagte Werner.

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US-Justizministerium schickte Kontrolleur nach Wolfsburg

Thompson war Anfang 2017 nach Wolfsburg geschickt worden, nachdem sich VW mit dem Justizministerium in Washington auf einen Milliardenvergleich verständigt hatte. Der Prüfer und sein Team sollen im Auftrag der US-Regierung sicherstellen, dass sich bei VW kriminelles Verhalten wie beim Abgasskandal nicht wiederholt und die versprochenen Reformen im Unternehmen umgesetzt werden. Im vergangenen Jahr hatte Thompson in einigen Bereichen noch Verbesserungsbedarf gesehen. So hatte er beispielsweise moniert, dass der Autokonzern einige Dokumente zum Teil geschwärzt habe und zu zurückhaltend bei der Weitergabe von Informationen sei.

Auditor der US-Umweltbehörde kommt auch nach Wolfsburg

Außerdem hatte Thompson zwischenzeitlich beklagt, dass der Abgasskandal aus seiner Sicht nicht genug personelle Konsequenzen nach sich gezogen hätte. Daraufhin sicherte VW zu, sich von Mitarbeitern trennen zu wollen, die in den Skandal verwickelt waren. In Kürze soll Thompson vom früheren FBI-Mitarbeiter John Hanson als Auditor unterstützt werden. Die US-Umweltbehörde EPA hatte ihn benannt, um die Umweltstandards im Konzern zu untersuchen. Nach Angaben eines VW-Sprechers habe der Konzern einen Auditor akzeptieren müssen, um auch weiterhin Geschäfte mit der Regierung machen zu können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.09.2019 | 12:00 Uhr

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