Stand: 15.03.2019 09:14 Uhr

US-Börsenaufsicht verklagt VW

Neuer Ärger für Volkswagen infolge des Dieselskandals in den USA: Die US-Börsenaufsicht SEC hat wegen angeblicher Verstöße gegen amerikanische Wertpapiergesetze Klage gegen den Autokonzern eingereicht. Konkret geht es um Vorwürfe gegen Tochterfirmen des VW-Konzerns: Diese sollen bei der Ausgabe von Anleihen und anderen besicherten Wertpapieren gegen Informationsvorschriften verstoßen haben. Die Klage steht im Zusammenhang mit der im September 2015 in den USA aufgeflogenen Software-Manipulation von Abgastests. Neben dem Konzern beschuldigt die SEC auch den ehemaligen VW-Konzernchef Martin Winterkorn.

Rückzahlung von Hunderten Millionen Dollar?

Die SEC wirft VW vor, von April 2014 bis Mai 2015 Unternehmensanleihen und verbriefte Wertpapiere in Höhe von über 13 Milliarden Dollar ausgegeben zu haben, während Top-Manager des Konzerns bereits von den Abgasmanipulationen gewusst hätten. Der Konzern habe nie "die Hunderte von Millionen Dollar" zurückgezahlt, die er bei den Wertpapiergeschäften "auf betrügerische Weise eingenommen" habe, heißt es.

VW: Klage hat erhebliche Mängel

VW will die Vorwürfe nicht hinnehmen. Die Klage weise erhebliche juristische und inhaltliche Mängel auf, teilte ein Sprecher mit. Der Konzern werde sich "mit Nachdruck" zur Wehr setzen. Der Sprecher nahm dabei auch Bezug auf Vergleiche, die Volkswagen mit US-Behörden, US-Bundesstaaten und US-Verbrauchern im Zuge des Dieselskandals geschlossen hatte. "Bedauerlicherweise versucht die SEC, nun noch einmal draufzusatteln", so der Sprecher.

Vergleiche in Milliardenhöhe

VW hatte im September 2015 auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, bei Abgastests betrogen zu haben. Der Konzern hat ein Schuldbekenntnis abgegeben und bereits rund 25 Milliarden Euro an Rechtskosten für Strafen und Entschädigungen bei Vergleichen mit Klägern in Nordamerika verbucht. Auch im Fall von angeblichen Verstößen gegen Informationsvorschriften hatte sich VW in den USA in der Vergangenheit auf Vergleiche mit klagenden US-Anlegern geeinigt.

VW-Flagge

Chronologie: VW und die Diesel-Affäre

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Im Geschäftsbericht 2007 hatte VW die weltweit sauberste Dieseltechnik angekündigt. Im Mai 2014 flog der Skandal dann auf: Hinter der technischen Meisterleistung steckte Betrug.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 15.03.2019 | 07:30 Uhr

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