Ein Arzt und sein Anwalt sitzen im Landgericht Braunschweig. © dpa-Bildfunk Foto: Christophe Gateau

Transplantationsskandal: Arzt erhält Millionen-Entschädigung

Stand: 28.10.2020 19:46 Uhr

Im Berufungsprozess um eine Entschädigung für einen freigesprochenen Göttinger Transplantations-Arzt ist das Urteil gefallen. Der Mediziner erhält rund 1,2 Millionen Euro.

Zur Zahlung dieser Summe hat das Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig das Land Niedersachsen am Mittwoch verurteilt. Damit gab es der Klage des Arztes weitgehend statt. Der Mediziner hatte elf Monate in Untersuchungshaft verbracht. Wie eine Sprecherin des Gerichts mitteilte, ist ließ das Gericht eine Revision nicht zu. Hiergegen könnte das Land innerhalb eines Monats mit einer Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundesgerichtshof vorgehen.

Arzt: 50.000 Dollar im Monat verpasst

Das Land Niedersachsen hatte sich in dem Verfahren am OLG gegen die Millionenzahlung gewehrt. Die Entschädigung hatte das Landgericht Braunschweig dem 53-Jährigen im vergangenen Jahr zugesprochen. Anfang Oktober hatte die Richterin bereits in einer vorläufigen rechtlichen Bewertung erklärt, dass die Berufung des Landes im Wesentlichen für unbegründet erachtet werde. Der Arzt hatte angeführt, dass ihm insbesondere ein Gehalt von 50.000 US-Dollar pro Monat in Jordanien entgangen sei, wo er eigentlich eine neue Stelle hatte antreten wollen.

Manipulation war nicht strafbar

Der frühere Chirurg der Göttinger Uniklinik war 2015 in einem bundesweit aufsehenerregenden Organspende-Prozess vom Landgericht Göttingen vom Vorwurf des elffachen versuchten Totschlags und der dreifachen Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen worden. Damit seine Patienten vor anderen ein Spenderorgan bekommen, hatte der 53-Jährige Daten manipuliert. Das war aber damals nicht strafbar.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.10.2020 | 12:00 Uhr

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