Stand: 24.05.2019 14:51 Uhr

Tote Frauen in Wittingen: Ursache weiter unklar

Zwei Frauen sind am 13. Mai in Wittingen tot aufgefunden worden. Woran sie starben, ist weiter unklar.

Knapp zwei Wochen nach dem Fund zweier Frauenleichen in einer Wohnung in Wittingen (Landkreis Gifhorn) ist noch immer unklar, woran die beiden Frauen starben. Wie die Staatsanwaltschaft Hildesheim NDR 1 Niedersachsen sagte, werden die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchung in frühestens zwei Wochen erwartet. Die Untersuchung soll Aufschluss darüber geben, ob die 19- und die 35-Jährige an Gift oder Drogen gestorben sind. Die Staatsanwaltschaft machte keine Angaben dazu, warum die Untersuchung so lange dauert. Äußere Verletzungen wiesen die Leichname nicht auf, auch Hinweise auf Fremdeinwirkung gibt es den Ermittlern zufolge nicht. Die toten Frauen waren im Zusammenhang mit dem Tod dreier Menschen im bayerischen Passau entdeckt worden. Eine der Frauen aus Wittingen war die Lebensgefährtin der toten 30-Jährigen aus Bayern.

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Armbrust-Drama mit Fortsetzung in Wittingen

13.05.2019 19:30 Uhr
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Nach dem Fund dreier Leichen in Passau, die mit einer Armbrust erschossen wurden, hat die Polizei in der Wohnung einer der Toten zwei weitere Leichen entdeckt. Video (06:05 min)

Tötung auf Verlangen

Im Fall der in Passau gefundenen Leichen geht die Staatsanwaltschaft von Tötung auf Verlangen und Suizid aus. Den Ermittlern zufolge hat die 30-Jährige zunächst eine 33-Jährige und einen 53-Jährigen durch Armbrust-Pfeile getötet und anschließend sich selbst. Die Ermittler sehen keine Hinweise darauf, dass eine vierte Person beteiligt war. Wie genau die beiden Fälle aus Wittingen und Passau zusammenhängen, ist noch unklar. In der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft Hildesheim das Haus des 53-Jährigen in Rheinland-Pfalz durchsuchen lassen. Der Mann sei ein Bekannter der beiden Frauen in Wittingen gewesen. In seiner Wohnung habe man dafür Belege sammeln wollen. Es seien zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden.

Keine Gegenwehr, zwei Testamente

Die Obduktion der in einer Passauer Pension entdeckten Leichen ergab, dass die 33-Jährige und der 53-Jährige jeweils durch einen Pfeilschuss ins Herz starben. Weitere Pfeile, die in den Leichen steckten, seien nach den tödlichen Schüssen abgefeuert worden. Angestellte hatten die Leichen am Sonnabend, 11. Mai, auf dem Bett des Pensionszimmers gefunden. Den Ermittlern zufolge wurden in dem Zimmer zudem die Testamente der beiden entdeckt. Die Leiche der 30-Jährigen lag auf dem Boden des Zimmers, mit einem Pfeil im Hals. Offenbar hatte die Frau die Armbrust auf sich selbst gerichtet. Keiner der Toten hatte Abwehr- oder Kampfverletzungen, so die Staatsanwaltschaft weiter. Ermittler fanden drei Armbrüste in der Pension. Laut Staatsanwaltschaft Passau handelt es sich um moderne Sport- und Freizeitwaffen.

Weitere Leichen infolge des Passau-Falls gefunden

Nach dem Fund der drei Leichen hatte die Polizei am folgenden Montag die Lebensgefährtin der 30-Jährigen in Wittingen informieren wollen. In der gemeinsamen Wohnung entdeckte sie dann die Leiche der 35-jährige Lebensgefährtin und einer 19-Jährigen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 24.05.2019 | 13:30 Uhr