Stand: 10.03.2020 19:29 Uhr

Tödliche Verfolgungsjagd: Sieben Jahre Haft

Ein Mann verdeckt sein Gesicht mit einem Ordner im Gerichtssaal. © dpa Bildfunk Foto: Peter Steffen
Das Landgericht Braunschweig hat im Prozess um eine tödliche Verfolgungsjagd einen 38-Jährigen zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. (Archivbild)

Im Prozess um eine tödliche Verfolgungsfahrt hat das Landgericht Braunschweig am Dienstag das Urteil gesprochen. Der 38 Jahre alte Angeklagte wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der aus Sachsen-Anhalt stammende Mann im vergangenen August auf der Flucht vor der Polizei in Braunschweig die Autobahn verlassen hatte und an einer roten Ampel dann in zwei Autos krachte, die auf dem Abbiegestreifen warteten. Der 33 Jahre alte Fahrer eines der beiden Autos kam dabei ums Leben, ein weiterer wurde schwer verletzt.

Nebenklage wollte Verurteilung wegen Mordes

Der Angeklagte hatte sich im Laufe des Verfahrens mehrmals entschuldigt. Er ließ durch seinen Verteidiger erklären, dass er seit einiger Zeit die synthetische Droge Crystal Meth konsumiert habe, um dem Druck als Vater und im Beruf standzuhalten. An die Fahrt von Hamburg Richtung Magdeburg könne er sich kaum erinnern, wisse nicht genau, was real gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre und elf Monate Haft gefordert, die Verteidigung viereinhalb Jahre. Vertreter der Nebenklage hatten eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes beantragt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision ist möglich.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 10.03.2020 | 11:30 Uhr

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