Die "Sea-Watch 3" fährt aus dem Hafen von Lampedusa. © picture alliance / Photoshot

Tausende demonstrieren im Norden für zivile Seenotrettung

Stand: 08.08.2021 17:16 Uhr

Tausende Menschen haben am Sonnabend in Braunschweig und Bremerhaven für ein europäisches Seenotrettungsprogramm und eine Unterstützung der zivilen Seenotrettung demonstriert.

Ein Bündnis um Initiativen wie "Seebrücke", "Sea-Watch", "Amnesty International" und "Ärzte ohne Grenzen" hatten unter dem Motto "Seenotrettung ist #unverhandelbar" zu 15 Kundgebungen aufgerufen. "Das Sterben im Mittelmeer geht unvermindert weiter, während die europäischen Staaten zivile Seenotrettungsorganisationen auf dem Mittelmeer daran hindern, Menschen aus Seenot zu retten", sagte Sebastian Koch von "Seebrücke". 2021 seien mehr als 1.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken, mehr als 14.000 Geflüchtete seien völkerrechtswidrig nach Libyen gebracht worden. Ihnen drohten Folter und Tod.

Initiativen fordern EU-Rettungsprogramm

Die Menschenrechtsaktivisten fordern ein gemeinsames europäisches Programm zur Seenotrettung. Die Europäische Union (EU) müsse sichere und legale Fluchtwege sicherstellen, hieß es. Bis dahin müsse die zivile Seenotrettung von den Staaten aktiv unterstützt und die Kriminalisierung des Engagements beendet werden.

Mehr als 800 Menschen in Sizilien an Land gebracht

Derweil waren die Seenotrettungsschiffe "Sea-Watch 3" und "Ocean Viking" im Mittelmeer im Einsatz. Die Besatzungen der Schiffe hatten in den vergangenen Tagen mehr als 800 geflüchtete Menschen, die Schiffbruch erlitten hatten oder drohten, Schiffbruch zu erleiden, an Bord genommen. Seit Tagen warteten sie darauf, die Menschen an Land bringen zu dürfen. Am Sonnabend kam die Erlaubnis, in sizilianischen Häfen anzulegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.08.2021 | 17:00 Uhr

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