Blick auf die Granetalsperre im Winter. © Harzwasserwerke

Talsperren: Zweitniedrigster Februar-Pegelstand in 40 Jahren

Stand: 04.02.2021 22:04 Uhr

Die Trockenheit der vergangenen drei Jahre macht den Harzwasserwerken zu schaffen. Seit 1981 haben die Talsperren zu Jahresbeginn nur im Februar 2017 weniger Wasser geführt.

Schneefälle und Regen geben Anlass zur Hoffnung. "Dank des Wintereinbruchs im Harz hat sich die Lage an den Talsperren im Westharz etwas verbessert", sagte Christoph Donner, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke. "Trotzdem bleibt die Lage weiterhin angespannt." Im Vergleich zum langjährigen Mittel seien die Talsperren rund 30 Prozent weniger gefüllt als für Anfang Februar normal, gab das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt. Demnach liegen die Füllstände aller sechs Stauseen bei rund 44 Prozent. "Grund dafür ist der allgemeine Trend zur Trockenheit, der sich im Harz mittlerweile seit zehn Jahren abzeichnet, und die extreme Trockenheit seit drei Jahren", sagt Donner.

Im April zeigt sich, wie trocken der Sommer wird

Wie trocken - oder nass - 2021 wird, sei noch nicht absehbar, hieß es. Hinweise darauf gebe eine Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) im April. Ist der April in Mitteleuropa niederschlagsarm, ist eine Dürre wahrscheinlich. Die anhaltenden Trockenphasen haben inzwischen auch Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel. In den Grundwasserwerken der Harzwasserwerke in Liebenau (Landkreis Nienburg), Ristedt (Landkreis Diepholz), Schneeren und Ramlingen (beide Region Hannover) registriere man seit Jahren fallende Grundwasserstände.

Das sind die sechs Talsperren im Westharz

  • Eckertalsperre (Bad Harzburg)
  • Granetalsperre (Goslar)
  • Innerstetalsperre (Langelsheim)
  • Odertalsperre (Bad Lauterberg)
  • Okertalsperre (Schulenberg)
  • Sösetalsperre (Osterode)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 04.02.2021 | 13:30 Uhr

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