Der Schriftzug "Südniedersachsen Programm" mit dem Wappen von Niedersachsen ist vor dem Bürogebäude vom Projektbüro zu sehen. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Südniedersachsenprogramm: Vorbild für andere Regionen?

Stand: 20.11.2020 14:38 Uhr

Das Südniedersachsenprogramm soll Vorbild für andere Regionen im Land werden. Das sagte Regionalministerin Birgit Honé (SPD) anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Förderprogramms.

Voraussetzung dafür ist, dass sich Landkreise zur Zusammenarbeit entscheiden. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, soll diesen dann unter dem Titel "Zukunftsregion" im Verbund die Möglichkeit gegeben werden, ein Büro einzurichten, das gezielt nach Fördermitteln sucht.

Weil: Projekt hat sich bewährt

In Südniedersachsen habe sich das im Jahr 2015 von der damaligen rot-grünen Landesregierung zusammen mit der Region angeschobene Projekt bewährt, so stellte es Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag in Einbeck dar. "Die Kommunen in Südniedersachsen haben gezeigt, dass sie gemeinsam gute Perspektiven für die Region entwickeln können", sagte Weil. Die Zusammenarbeit der Landkreise habe sich in den fünf Jahren deutlich verbessert.

110 Millionen Euro in fünf Jahren

Aus Fördermitteln des Europäischen Struktur- und Investitionsfonds, Förderprogrammen von Bund und Land und einer Kofinanzierung der Kommunen flossen demnach in den vergangenen fünf Jahren knapp 110 Millionen Euro in die Region. Viele neue Arbeitsplätze wurden den Angaben zufolge geschaffen, Dutzende Projekte in den Landkreisen vorangebracht. Dazu zähle beispielsweise der Innovationscampus, der die vier Hochschulen der Region vernetzt - sowie der Neubau eines Forschungsgebäudes für Plasmaforschung an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK).

FDP kritisiert "teures Marketingprogramm"

Es gibt aber auch Kritik. Etwa von der FDP: Das Südniedersachsenprogramm sei ein "teures Marketingprogramm der Landesregierung", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Christian Grascha. Ob wirklich zusätzliche Mittel nach Südniedersachsen geflossen sind, werde nicht nachgewiesen, so Grascha.

Ver.di: Mehr Unterstützung für UMG

Verbesserungsmöglichkeiten sieht auch Gewerkschaft ver.di. Bezirksgeschäftsführer Sebastian Wertmüller vermisst einen gemeinsamen strategischen Ansatz, um die Entwicklung der Region voranzutreiben. Zudem müsse die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) als größter Arbeitgeber der Region besser unterstützt werden, sagte Wertmüller NDR 1 Niedersachsen.

Neue Schwerpunkte in den nächsten fünf Jahren

Ausbaumöglichkeiten sieht auch die beteiligte Region. Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD) kündigte eine Weiterentwicklung der Strategie an. Bis 2025 sollen die Bereiche Fachkräfte, Innovation, Gründung, Digitalisierung, Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Infrastruktur Schwerpunkte bilden, so Reuter.

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Der Braunschweiger Dom von oben. © NDR Foto: Julius Matuschik
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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 20.11.2020 | 17:00 Uhr

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