Stand: 09.12.2019 18:34 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Stolpersteine verlegt: Familie reist aus USA an

In Göttingen sind am Montag 17 neue Stolpersteine verlegt worden, um an jüdische Familien zu erinnern.

Über drei Generationen hat die jüdische Familie Gräfenberg in der Göttingen Innenstadt ein Textilkaufhaus geführt. 1935 wurden die Familienmitglieder von den Nazis gezwungen, das Geschäft zu verkaufen. Nun erinnern neun messingglänzende Stolpersteine an die Familie, die einst dort lebte. Am Montag sind die Stolpersteine verlegt worden. Zu der Zeremonie sind extra Verwandte aus den USA angereist.

Erinnerung ins Bewusstsein rufen

Die Stolpersteine erinnerten an jedes einzelne Opfer, so Peter Aufgebauer vom Geschichtsverein für Göttingen. Das Schicksal von Göttinger Bürgern, die jüdisch waren, solle so wieder ins Bewusstsein gerufen werden. Vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Eisenstein in der Innenstadt wurden acht Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Meta Müller und ihre Familie, die dort bis 1935 lebte. Urenkel Joab Eichenberg-Eilon weiß, wie seine Großmutter Grete, die jüngste Tochter von Meta Müller, sich nach der Flucht gefühlt hat. In einem Gedicht habe sie ihre Sehnsucht nach Göttingen beschrieben, sagt er. Insgesamt liegen in Göttingen bereits rund 50 Stolpersteine.

Weitere Informationen

Wie die Stolpersteine an NS-Opfer erinnern

Mit Tausenden Stolpersteinen in Gehwegen erinnert der Künstler Gunter Demnig an die NS-Opfer. Am Jahrestag der Reichspogromnacht finden überall im Norden Putz-Aktionen statt. (04.11.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 09.12.2019 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

01:58
Hallo Niedersachsen
03:40
Hallo Niedersachsen
02:09
Hallo Niedersachsen