Sprengstoffanschlag in Einbeck: Mutmaßliche Täter angeklagt

Stand: 20.10.2020 13:33 Uhr

Nach einem mutmaßlich rechtsextremistisch motivierten Anschlag in Einbeck (Landkreis Northeim) hat die Generalstaatsanwaltschaft Celle Anklage gegen zwei 23 und 26 Jahre alte Männer erhoben.

Den Beschuldigten wird Sachbeschädigung, versuchte schwere Brandstiftung und das versuchte Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen. Sie sollen am 10. Juni einen nicht zugelassenen sogenannten Polenböller in den Briefkasten einer Frau geworfen haben, die sich gegen rechtsradikale Aktivitäten und für Flüchtlingshilfe engagiert. Das Duo habe beabsichtigt, durch die Explosion einen größtmöglichen Schaden im Gebäudeinneren und einen Brand hervorzurufen, teilte die Anklagebehörde mit. Ziel sei es gewesen, der 41-Jährigen einen Denkzettel zu verpassen und sie einzuschüchtern.

Beschuldigte sollen bekennende Rechtsextremisten sein

Der Sprengsatz war in die Luft gegangen und hatte den Briefkasten zerstört. Bei der Explosion verletzte sich einer der Männer an den Händen. Die beiden Beschuldigten sind laut Staatsanwaltschaft "bekennende Anhänger rechten Gedankengutes". Sie wurden nach der Tat festgenommen und sitzen seit Mitte Juni in Untersuchungshaft.

Weitere Informationen
Das Objektiv einer Spiegelreflexkamera ist auf den Briefkasten einer antifaschistischen Aktivistin in Einbeck gerichtet, an dem Spuren eines Sprengstoffanschlags zu sehen sind. © dpa - Bildfunk Foto: Swen Pförtner
2 Min

Nach Anschlag: Zwei Rechtsextremisten gefasst

Nach einem Sprengstoffanschlag in Einbeck wurden zwei Tatverdächtige aus der rechtsextremen Szene gefasst. Der Anschlag galt einer 41-jährigen Frau, die sich gegen Rechtsextremismus engagiert. 2 Min

In Einbeck ist eine Straße mit Fachwerkhäusern zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nach Anschlag

Nach dem mutmaßlich rechtsextremistisch motivierten Anschlag in Einbeck hat die Generalstaatsanwaltschaft Celle die Ermittlungen übernommen. Zwei Verdächtige sitzen in U-Haft. (18.06.2020) mehr

Auf einem Ortsschild steht "Einbeck - Landkreis Northeim". © dpa - Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Einbeck: Ermittler finden keinen Sprengstoff

Nach dem Anschlag auf das Haus einer 41-Jährigen in Einbeck sind zwei tatverdächtige Rechtsextremisten wieder auf freiem Fuß. Bei einer Durchsuchung wurde kein Sprengstoff entdeckt. (11.06.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.10.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Herbert Diess spricht bei einer VW-Veranstaltung. © picture alliance Foto: Sebastian Gollnow

Heute Showdown bei VW? Wie geht es weiter mit Herbert Diess?

Heute tagt außer der Reihe das Aufsichtsratspräsidium. Der Streit zwischen Konzernchef und Betriebsrat spitzt sich zu. mehr

Das Symbol der Bundesagentur für Arbeit auf einem Smartphone. © imago images / photothek Foto: Thomas Trutschel

Arbeitsmarkt stabilisiert sich - Corona-Folgen aber unübersehbar

Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg melden für November etwas weniger Arbeitslose als im Vormonat. In MV stieg die Zahl leicht an. mehr

Hinweisschilder deuten auf der Bundesautobahn 7 zwischen Bad Fallingbostel und dem Autobahndreieck Walsrode im Heidekreis auf eine Baustelle hin. © dpa - picture alliance Foto: Holger Hollemann

Ausbau der A7 kostet erheblich mehr als geplant

Die Gesamtsumme steigt um 74 Millionen Euro. Gründe sind der Mehraufwand für den Artenschutz und archäologische Funde. mehr

Ein Mitarbeiter sitzt während eines Pressetermins in der Zentralen Unterstützung der Kontaktnachverfolgung vor einem Computer, auf dessen Bildschirm der Hamburger Pandemie-Manager angezeigt wird. © picture alliance / Daniel Bockwoldt Foto: Daniel Bockwoldt

Corona-Kontakte: Zahlreiche Gesundheitsämter überfordert

Bundesweit melden 60 von 400 Ämtern Engpässe. In Niedersachsen hat sich die Lage aber leicht gebessert. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen