Stand: 17.06.2021 18:33 Uhr

Sprengarbeit vor Gericht: Versicherung muss nicht zahlen

Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand im Gegenlicht. © picture-alliance Foto: Arne Dedert
Das OLG hält die Sprengung nicht für mangelhaft - entsprechend sei auch kein Schadensersatz nötig. (Themenbild)

Das Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig hat sich mit der Sprengung in einem Steinbruch und der Frage, wer für etwaige Schäden aufkommen muss, befasst. Das Unternehmen sollte in dem Steinbruch Gestein so absprengen, dass es hinterher als sogenanntes Haufwerk weggeschafft werden kann. Doch nach der Detonation lagen im Steinhaufen nicht explodierte Sprengkörper. Der Auftraggeber verlangte Schadenersatz, unter anderem für die Kosten der Durchsuchung des Haufens. Die Sprengfirma aber verklagte vorsorglich ihre Haftpflichtversicherung, damit diese für den Schaden aufkommt. Zunächst hatte das Landgericht Göttingen diesen Anspruch zurückgewiesen - und auch das OLG. Die Suche nach nicht oder nur in Teilen explodierten Sprengmitteln gehöre zur Nachbesserung einer mangelhaft durchgeführten Arbeit, sie sei kein Versicherungsfall.

OLG: Unternehmen muss keinen Schadensersatz zahlen

In einer weiteren Entscheidung stellte das OLG allerdings auch fest, dass schließlich auch das Sprengunternehmen dem Auftraggeber keinen Schadenersatz schuldete. Die Sprengung sei nicht mangelhaft gewesen, weil nur ganz wenige nicht explodierte Sprengkörper gefunden worden seien. Einzelne Sprengversager seien aber nach den Ausführungen des hinzugezogenen Sachverständigen nie ganz auszuschließen, hieß es.


17.06.2021 18:31 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version hatten wir berichtet, dass die Sprengfirma laut OLG-Urteil für die Folgekosten aufkommen muss. Dem ist nicht so.

 

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