Stand: 23.05.2014 15:53 Uhr

Siemens-Mitarbeiter fordern Job-Garantien

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Auch in Berlin haben sich Siemens-Mitarbeiter am Aktionstag beteiligt.

Die Stimmung bei den Siemens-Beschäftigten ist gedämpft, die Unruhe ist groß. Gleich zwei Ereignisse verunsichern die Mitarbeiter: der Übernahme-Poker um den französischen Alstom-Konzern und der geplante tiefgreifende Umbau des eigenen Konzerns, den Vorstandschef Joe Kaeser Siemens verordnet hat. Während der Ausgang der Verhandlungen mit Alstom noch völlig offen ist, meldet die Gewerkschaft IG Metall schon einmal lautstark Bedenken an. An mehreren deutschen Siemens-Standorten haben Gewerkschaft und Betriebsrat die Beschäftigten für Freitag zu einem Aktionstag aufgerufen - auch vor dem Siemens-Werk in Braunschweig.

Gewerkschaft fürchtet Verlust des Bahngeschäftes

"Wir möchten nicht verschenkt werden, wir sind nicht das Sahnehäubchen", war dort unter anderem zu hören. Rund 200 Siemens-Beschäftigte präsentierten bei der Protestaktion ein Geschenkpaket in der Siemens-Farbe Türkis mit rotem Schleifchen - und setzen noch ein symbolisches Sahnehäubchen oben drauf. Hintergrund sind Spekulationen, wonach Siemens nach einer Alstom-Übernahme sein gesamtes Bahngeschäft gegen die Energietechnik der Franzosen eintauschen könnte. Sollte der Deal zustande kommen, könnte das weitreichende Folgen für den Standort mit seinen 3.100 Beschäftigten haben, befürchtet die Gewerkschaft.

Betriebsräte: Nur über die Zeitung informiert

In Braunschweig wird vor allem moderne Bahn-Signaltechnik entwickelt. Damit könnte einer der großen Margen-Bringer der Bahnsparte im Übernahme-Paket drin sein, sagt die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig Eva Stassek. Konkret fordert die Gewerkschaft umfassende Job-Garantien und Erhalt der Standorte bei allen beteiligten Unternehmen. Darüber hinaus kritisiert die Arbeitnehmervertretung mangelnde Transparenz. Die Alstom-Verhandlungen liefen weitgehend hinter verschlossenen Türen ab. Informiert würden die Betriebsräte nur über die Zeitung, sagte der Braunschweiger Betriebsratsvorsitzende, Ronald Owczarek. Die Beschäftigten seien nachhaltig verunsichert.

Weitere Informationen

Alstom-Betriebsrat fordert mehr Unterstützung

Der Übernahme-Poker um den Schienenfahrzeug-Hersteller Alstom verunsichert die Mitarbeiter im Werk Salzgitter. Am Montag wurden sie über den Stand der Verhandlungen informiert. (12.05.2014) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.05.2014 | 14:00 Uhr

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