Stand: 04.01.2018 11:53 Uhr

Schuss auf Mädchen: Beschuldigter schweigt weiter

Ein 68 Jahre alter Mann, der in der Silvesternacht in Salzgitter-Thiede mit einer scharfen Neun-Millimeter-Pistole ein zwölfjähriges Mädchen angeschossen haben soll, schweigt weiter. Das teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Donnerstag NDR.de mit. Der Mann hatte bereits zugegeben, mit der Waffe geschossen zu haben, machte aber keine weiteren Angaben zu dem Vorfall. Einer der Schüsse hatte das zwölfjährige Mädchen unterhalb der linken Schulter getroffen. Das Kind musste notoperiert werden.

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Zwölfjährige angeschossen - Haftbefehl

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Hat der Mann häufiger geschossen?

Nach Angaben des Vaters des Mädchens soll dies nicht der erste Vorfall gewesen sein. "Ich habe diese Person nicht das erste Mal mit einer Handfeuerwaffe gesehen", sagte er dem NDR. "Ich habe in mehreren Silvesternächten gesehen, dass er willkürlich herumgeschossen hat." Die Staatsanwaltschaft prüft diese Angaben nun. "Ob das zutreffend ist oder nicht, darüber muss weitere Aufklärung betrieben werden", so Sprecher Sascha Rüegg. Gegen den Verdächtigen wird wegen des Verdachts des versuchten Totschlags ermittelt. Ihm drohen laut Staatsanwaltschaft bei einer Verurteilung bis zu elf Jahre Haft. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Waffe stammt aus Osteuropa

Wie Rüegg NDR.de mitteilte, war der 68-Jährige der Polizei bislang unbekannt. Unklar sei ebenfalls noch, wie lange der aus der Türkei stammende Mann bereits in Deutschland sei. Erkenntnisse gibt es jedoch inzwischen zu seiner illegal erworbenen Pistole: Sie stammt aus Osteuropa.

Zwei Gasdruckpistolen sichergestellt

Die Staatsanwaltschaft konnte außerdem zwei Gasdruckpistolen sicherstellen. Die Spurensicherung hatte die Platzpatronen am Tatort neben den Patronenhülsen der Neun-Millimeter-Pistole gefunden. Wem die Gasdruckpistolen gehören, ist noch unklar. Die Staatsanwaltschaft vermutet jedoch, dass sie von den beiden Männern stammen könnten, die zunächst ebenfalls verdächtigt worden waren.

Mindestens 21 Schüsse abgegeben

Nach Erkenntnissen der Ermittler waren in der Silvesternacht mindestens 21 Schüsse abgegeben worden. "Es soll zunächst aus dem Fenster eines Cafés geschossen worden sein, danach auch von einem Gehweg", so Rüegg. Die Männer hätten auf der Straße gefeiert. Das Haus, vor dem das Opfer sich zur Tatzeit aufhielt, befinde sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Nach der Tat waren zunächst drei Männer festgenommen worden, nur der Verdacht gegen den 68-Jährigen hatte sich schließlich erhärtet.

Motiv noch unklar

Laut Rüegg sind der Hintergrund der Tat und ein mögliches Motiv nach wie vor unklar. Es gebe keine Hinweise auf vorangegangene Streitigkeiten oder eine Auseinandersetzung vor Ort. Unbekannt ist auch weiterhin, ob der Mann tatsächlich gezielt auf das Kind geschossen hat. Die Staatsanwaltschaft geht dem Sprecher zufolge aber davon aus, dass vorsätzlich geschossen wurde - deshalb sei der Haftbefehl beantragt worden.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 02.01.2018 | 18:00 Uhr

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