Blick auf den Schacht Konrad. © picture alliance/Bildagentur-online/McPhoto-Scholz Foto: Scholz

Schacht Konrad: Widerstand gegen BGE-Pläne für Umladehalle

Stand: 01.08.2022 11:15 Uhr

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) will ab 2023 eine Umladehalle für radioaktive Abfälle im geplanten Endlager Schacht Konrad bauen lassen. Dagegen regt sich Widerstand.

Die Grünen fordern einen Stopp des 137 Millionen Euro teuren Projekts. Derzeit prüfe das Landesumweltministerium einen Widerruf des 20 Jahre alten Planfeststellungsbeschlusses für das Endlager. Andreas Hoffmann, Sprecher der Grünen in Braunschweig, wirft der BGE vor, das Prüfverfahren sowie Bedenken und Proteste aus der Bevölkerung zu ignorieren und Fakten zu schaffen. "So geht man nicht mit Bürger*innen um, so erreicht man kein Vertrauen, sondern schürt Misstrauen", so Hoffmann in einer Mitteilung vom Sonntag. "Wir sind überzeugt, dass die Sicherheitskriterien aus den 80er-Jahren nicht mehr dem Stand der Wissenschaft entsprechen."

AG Schacht Konrad fordert Baustopp

"Die Vergabe des Bauauftrags für die Umladehalle mag für die BGE ein Meilenstein sein, aber leider einer, der in eine völlig falsche Richtung weist", sagte Ludwig Wasmus von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad am Montag dem NDR in Niedersachsen. "Für uns zeigt sich hier die zwingende Notwendigkeit für einen Baustopp bei Schacht Konrad." Umweltminister Olaf Lies (SPD) habe zugesagt, "das während der Prüfung des Antrags keine neuen Fakten geschaffen werden".

Streit um Genehmigung für Schacht Konrad

Die BGE hatte den Bauauftrag für die Umladehalle am Freitag als "Meilenstein" bezeichnet. Das 140 Meter große Gebäude soll demnach 2025 fertiggestellt sein. Darin sollen die angelieferten Behälter mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen radiologisch überprüft und für den Transport in den unterirdischen Einlagerungsschacht vorbereitet werden. Die Endlagerung von bis zu 303.000 Kubikmeter Atommüll, deren Genehmigung das Umweltministerium jetzt überprüft, soll 2027 beginnen.

Weitere Informationen
Flaggen mit dem Logo der Anti-Atomkraft-Bewegung © picture alliance / dpa Foto: Sophia Kembowski

"Atomausstiegstour" aus Belgien erreicht das Wendland

Rund 100 Radfahrende demonstrierten in Hitzacker. Am Sonnabend soll es ein Abschlussfest in Gorleben geben. (28.07.2022) mehr

Auf einem Wegweiser vor einem Förderturm steht "Schacht Konrad". © picture alliance/Bildagentur-online/McPhoto-Scholz

Endlager Schacht Konrad: Kommunalpolitiker fordern Baustopp

Knapp 20 Bürgermeister und Landräte haben eine Resolution gegen das Atommüllendlager in Salzgitter unterzeichnet. (28.06.2022) mehr

Vor Containern mit radioaktiver Lauge hängt in der Schachtanlage Asse bei Remlingen ein Warnschild mit der Aufschrift «Radioaktiv». © picture alliance / dpa Foto: Sebastian Gollnow

Bergung von Asse-Atommüll: Raumordnungsverfahren startet

Für die Rückholung sind ein Zwischenlager und weitere Anlagen bei Remlingen geplant. Streit gibt es um den Standort. (15.07.2022) mehr

Das Schachtgelände Konrad 1 in Salzgitter von oben betrachtet. © BGE Foto: Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH

Schacht Konrad: Der ewige Streit um das atomare Endlager

2002 nickte die niedersächsische Landesregierung den Standort in Salzgitter ab. Eingelagert wird aber frühestens 2027. (14.01.2022) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 01.08.2022 | 07:30 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Atomkraft

Mehr Nachrichten aus der Region

Wolfsburgs Micky van de Ven ist enttäuscht, während Berliner Spieler im Hintergrund einen Treffer bejubeln. © IMAGO / Eibner

Europa ade: VfL Wolfsburg verliert gegen Hertha und wird nur Achter

Sogar die Europa League wäre möglich gewesen, doch nach der 1:2-Pleite im letzten Saisonspiel stehen die Niedersachsen mit leeren Händen da. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen