Ein Mitarbeiter schaufelt im Stahlwerk der Salzgitter AG Sand in eine Abstichrinne am Hochofen. © dpa-Bilfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

Salzgitter AG macht im Corona-Jahr deutlichen Verlust

Stand: 15.03.2021 17:43 Uhr

Bei der Salzgitter AG hat die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr zu erheblichen Einbußen geführt. Der Stahlkonzern schloss das Jahr 2020 mit einem Verlust in Höhe von knapp 200 Millionen Euro ab.

Auch der Umsatz sackte von mehr als 8,5 Milliarden Euro auf rund 7,1 Milliarden Euro ab. Die Aktionäre bekommen daher keine Dividende. Das Unternehmen begründete das Minus mit Corona-bedingten "gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Verwerfungen". Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann sprach am Montag von einer "Ausnahmesituation". Wegen des zeitweisen Produktionsstillstands in der Autoindustrie waren vor allem im zweiten und dritten Quartal Aufträge und Umsätze stark eingebrochen. Zum Jahresende erholte sich das Geschäft wieder bereits etwas.

Hunderte Arbeitsplätze abgebaut

Positiv wirkte sich aus, dass sich der Bausektor als vergleichsweise krisenresistent erwies. Um die Delle durchzustehen, hat der Konzern zudem Investitionen zurückgestellt und Kosten gesenkt, so wurden auch rund 750 Arbeitsplätze abgebaut. In den kommenden anderthalb Jahren sollen weitere 300 Stellen wegfallen. Für 2021 rechnet die Salzgitter AG wieder mit einem Gewinn in Höhe von mindestens 150 Millionen Euro.

Konzern setzt auf Wasserstoff

2020 sei aber trotz der Verluste keine verlorenes Jahr gewesen, da es gelungen sei, wichtige Projekte wie den Beginn der Produktion mit Hilfe von Wasserstoff anzuschieben, betonte Fuhrmann. Der Wasserstoff wird zur Stahlerzeugung ohne klimaschädliche Kokskohle genutzt. Bis 2030 soll dadurch der CO2-Ausstoß um 30 Prozent und bis 2050 um 95 Prozent sinken.

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