Stand: 18.11.2019 14:58 Uhr

Salzgitter AG: Weniger CO2 ab Herbst 2020

Eine Luftaufnahme des Stahlwerks der Salzgitter AG. © dpa - Bildfunk Foto: Christophe Gateau
Bald werden auf dem Konzerngelände der Salzgitter AG sieben Windkraftanlagen stehen.

Das kleinste Element soll Großes leisten: Mit Hilfe von Wasserstoff will die Salzgitter AG zukünftig massiv CO2 einsparen. Ende 2020 soll eine von Siemens zu bauende 2,2 Megawatt-PEM-Elektrolyse-Anlage in Betrieb gehen, um den Wasserstoffbedarf der Salzgitter Flachstahl GmbH zu decken. Der notwendige Strom wird vor der Haustür produziert: Sieben Windkraftanlagen werden auf dem Salzgitter-Konzerngelände von dem Netzbetreiber Avacon errichtet. Grüne Energie liefern sie ab 2020.

CO2-Einsparung durch Wasserstoff - wie geht das?

Für die Stahlherstellung im Hochofen wird zur Zeit Koks, ein stark kohlenstoffhaltiger Brennstoff, verwendet. Das Problem: Dabei wird sehr viel CO2 freigesetzt. Acht Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid stößt die Salzgitter AG nach eigenen Angaben jährlich aus. Doch anstelle von Koks kann Eisenerz auch mit Hilfe von Erdgas und Wasserstoff zu Eisen reduziert werden.

So will die Salzgitter AG Wasserstoff herstellen

Die Herstellung von Wasserstoff soll mittels einer Elektrolyse-Anlage erfolgen. Bei der Elektrolyse spaltet sich Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff. Damit die Reaktion abläuft, ist Energie notwendig. Diese Energie liefern die Windkraftanlagen, die auf dem Salzgitter-Gelände in Betrieb gehen sollen.

Schrittweise Reduktion des CO2-Ausstoßes

Die Salzgitter AG hat ihrem Energieprojekt den Namen "SALCOS" verpasst. Er steht für "Salzgitter Low Carbon Steelmaking". Die neuen Anlagen sollen schrittweise in die bestehende Struktur eingebaut werden. Genauso schrittweise soll auch Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Sollte es irgendwann gelingen, die komplette Produktion entsprechend umzustellen, so könnte bis zu 85 Prozent weniger Kohlenstoff bei der Stahlproduktion frei werden.

Die Salzgitter AG appelliert an die Politik

Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, ist stolz darauf, Vorreiter der industriellen Nutzung von Wasserstoff in der Stahlindustrie zu sein. "Wie mit unserem SALCOS-Projekt aufgezeigt, sind wir technologisch in der Lage, mittels Wasserstoff signifikante CO2-Reduzierungen zu erzielen. Das Projekt "Windwasserstoff Salzgitter" ist ein bedeutender Baustein auf dem Weg in eine klimafreundlichere Stahlproduktion." Jetzt sei die Politik am Zug, die richtigen Rahmenbedingungen für die Transformation hin zu einer CO2-armen Industrie zu setzen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 18.11.2019 | 14:30 Uhr

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