Stand: 24.06.2015 13:58 Uhr

"Rosetta"-Mission: Zum Finale die Landung

von Von Bärbel Wiethoff

Das Mini-Labor "Philae" auf dem Kometen "Tschuri" war seit seiner Landung im November im Winterschlaf, ist vor zehn Tagen erwacht und sendet wieder Daten - über die Raumsonde "Rosetta" zur Erde. Die Sonde selbst kreist um den Kometen. Eigentlich sollte die Mission Ende des Jahres auslaufen, aber die ESA hat sie um neun Monate verlängert - bis Ende September 2016. Als spektakuläres Finale soll auch die Muttersonde Ende September 2016 auf dem Kometen landen. Das hat die Europäische Weltraumorganisation ESA bestätigt.

"Wilde Sachen" zum Finale

"Die letzten Monate davor - kurz bevor der Raumsonde der Treibstoff ausgeht - können wir ganz wilde Sachen machen", sagt Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. "Dann trauen wir uns ganz dicht ran an den Kometen, können mit den hochauflösenden Kameras die Staub-Struktur genau sehen und in die Steilhänge hinein schauen." Die "Rosetta"-Sonde soll den Kometen in immer engeren Bahnen umkreisen, viele weitere Daten sammeln und schließlich auf "Tschuri" landen. Die Sonde ist dafür zwar nicht gebaut, es könnte aber dennoch klappen, vermutet der Wissenschaftler, denn die Anziehungskraft des Kometen ist so gering, dass Rosetta ganz langsam - in Fußgängergeschwindigkeit - herunter sinken würde.  Allerdings werden die Experten nicht versuchen, mit der Raumsonde "Rosetta" in der Nähe des Mini-Labors "Philae" zu landen, das schon seit vorigem November auf "Tschuri" hockt.

Am Ende geht's huckepack durchs Weltall

Wissenschaftlich sinnvoller sei es, an einer anderen Stelle den sehr heterogenen Kometen zu untersuchen, sagt der Leiter des Rosetta-Teams an der TU Braunschweig, Karl-Heinz Glaßmeier. Eine "Wiedervereinigung" werde es also nicht geben.  Wenn die Raumsonde tatsächlich gelandet ist, könnte sie aber wohl nicht mehr weiter arbeiten. Der Komet - der dann mit "Philae" und "Rosetta" huckepack durchs Weltall rast - ist dann so weit von der Sonne entfernt, dass die Energie nicht mehr reicht, erklärt Experte Sierks. Das heißt also: absetzen und dann "Ruhe in Frieden".

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 23.06.2015 | 17:00 Uhr

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