Stand: 27.05.2020 10:28 Uhr

Prozess um Brand-Anstiftung: Angeklagter schweigt

Das Landgericht Braunschweig von außen. © NDR
Am Landgericht Braunschweig läuft der Prozess gegen einen 46-Jährigen wegen Betruges und Anstiftung zu schwerer Brandstiftung. (Themenbild)

Der Brandstifter ist bereits verurteilt, nun geht es um den mutmaßlichen Auftraggeber: Am Landgericht Braunschweig hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 46-Jährigen begonnen. Ihm werden Betrug und Anstiftung zu schwerer Brandstiftung vorgeworfen. Zu Prozessbeginn teilte er über seinen Anwalt mit, dass er sich nicht zu den Vorwürfen äußern wolle.

Letzter Mieter wollte nicht ausziehen

Im Jahr 2012 soll der Mann ein sanierungsbedüftiges Haus in der Braunschweiger Innenstadt gekauft haben. Sein Plan war offenbar, es abzureißen und dann einen Neubau auf dem Grundstück zu errichten. Einer der Mieter wollte aber nicht ausziehen, auch eine Räumungsklage blieb für den Angeklagten ohne Erfolg.

Schließlich soll er beschlossen haben, das Haus zerstören zu lassen. Er selbst oder ein Mittelsmann soll daraufhin einen Brandstifter beauftragt haben. 2019 brannte das Gebäude ab. Es gab keine Verletzten. Der einzige Bewohner des Mehrfamilienhauses war zu dem Zeitpunkt nicht in dem Gebäude. Der Angeklagte soll am Tag des Brandes bei seiner Versicherung Ansprüche in Höhe von rund 775.000 Euro angemeldet haben.

Brandstifter bereits verurteilt

Im November 2019 ist der Brandstifter in einem ersten Prozess zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Revision gegen dieses Urteil hat der Bundesgerichtshof als unbegründet zurückwiesen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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Der Braunschweiger Dom von oben. © NDR Foto: Julius Matuschik
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 27.05.2020 | 07:30 Uhr

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