Ein Koran auf Koranständer und einem Gebetsteppich in einer Moschee. © NDR Foto: Julius Matuschik

Polizei ermittelt nach Morddrohung gegen Wolfsburger Imam

Stand: 28.12.2020 15:40 Uhr

Der Imam des islamischen Kulturzentrums in Wolfsburg hat eine Morddrohung erhalten. Laut Polizei haben Unbekannte einen entsprechenden Brief in den Briefkasten des muslimischen Geistlichen geworfen.

"Wir nehmen die Morddrohung sehr ernst, lassen uns aber nicht einschüchtern", sagte der Sprecher des Islamischen Kulturzentrums in Wolfsburg, Mourtadha Djemai. Der Imam des Zentrums habe den Brief mit der Drohung einen Tag vor Heiligabend an seine private Adresse erhalten. Es sei der erste Brief dieser Art, so Djemai. Die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" hatte zuerst über den Fall berichtet.

Imam reagiert: Methode von Feiglingen

Nach Polizeiangaben wurden Spuren gesichert und das Schreiben werde nun untersucht. Bislang gebe es allerdings keine Hinweise auf den Verfasser, so ein Sprecher. Währenddessen hat der Kulturverein auf Facebook ein Video veröffentlicht, in dem der ins Visier geratene Imam Aissa Hajlaoui sagt, Drohen sei eine Methode von Feiglingen. Er werde weiterhin gegen Rassismus, gegen Extremismus und auch gegen Islamophobie eintreten.

Oberbürgermeister Mohrs verurteilt Tat

Am Montagvormittag besuchte unter anderem Wolfsburgs Oberbürgermeister Mohrs das Islamische Zentrum. Er verurteile die Morddrohungen gegen Imam Hajlaoui aufs Schärfste. Dieser vertrete das Miteinander und die Vielfalt in der Stadt, sagte der Oberbürgermeister. Wolfsburg sei mit seiner Bevölkerung aus über 150 Nationen ein gelebtes Beispiel für Integration. "Wir dürfen es nicht zulassen, dass einige wenige diese Errungenschaft zerstören", so Mohrs.

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