Stand: 25.07.2019 21:33 Uhr

Pleite für VW: Kündigung von Managerin unwirksam

Das Arbeitsgericht Braunschweig. © dpa Foto: Peter Steffen
Der Fall der gekündigten früheren VW-Managerin ist vor dem Arbeitsgericht Braunschweig verhandelt worden. (Themenbild)

Volkswagen ist mit der Kündigung und einer Schadensersatzforderung gegen eine frühere Managerin gescheitert. Sie soll in den Diesel-Abgasskandal verwickelt gewesen sein. Im ersten in einer Reihe von Kündigungsschutzverfahren von entlassenen Führungskräften erklärte das Arbeitsgericht Braunschweig am Donnerstag die Kündigung der Frau für unwirksam und wies Schadensersatzansprüche des Wolfsburger Autobauers ab. Da VW der Frau erst 2018 gekündigt habe, drei Jahre nach Bekanntwerden ihrer Verwicklung in die Manipulationen, sei das Kündigungsrecht verwirkt gewesen.

Gericht: Forderungen gegen Managerin unbegründet

Den Volkswagen durch den Abgas-Skandal entstandenen Schaden müsse sich der Autobauer wegen grob fahrlässiger Unkenntnis des seinerzeitigen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn zu 100 Prozent selbst zuschreiben, urteilte das Gericht. Forderungen gegen die Ex-Managerin seien unbegründet. Die frühere Abteilungsleiterin ist eine der 39 Beschuldigten im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Folgen für weitere Kündigungsschutzklagen?

Ob Volkswagen gegen die Entscheidung beim Landesarbeitsgericht in Berufung geht, ist noch unklar. Ob sich für den Autobauer aus der Entscheidung Schlüsse für die Kündigungsschutzklagen von sechs weiteren Managern ergeben, könne man erst nach Bewertung der schriftlichen Urteilsbegründung sagen, sagte ein Sprecher.

VW: Ingenieurin soll Daten gelöscht haben

Nach Ansicht von VW sollte die Ingenieurin, die unter anderem die Abteilung geleitet hatte, die für die illegale Abgassoftware zuständig war, zumindest einen Teil der 33 Milliarden Dollar ersetzen. Diese Summe musste der Konzern nach dem Skandal allein in den USA zahlen. Volkswagen wirft der früheren Abteilungsleiterin vor, an der Manipulation der Abgassoftware mitgewirkt zu haben. Zudem habe sie übergeordneten Führungsebenen die Vorgänge nicht gemeldet und stattdessen Daten gelöscht.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.07.2019 | 18:00 Uhr

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