Stand: 19.05.2017 15:30 Uhr

Platznot: Schule macht Unterricht im Regen

Schüler und Lehrer des OHG haben auf dem Göttinger Rathausplatz gegen Platznot an ihrer Schule protestiert.

Eine Unterrichtsstunde im Freien - das ist nicht allzu ungewöhnlich, wenn das Wetter stimmt. Doch am Freitag hat es ordentlich geregnet in Göttingen. Für zwei Klassen des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) schien das aber kein großes Problem gewesen zu sein. Denn was Lehrer, Schüler und Elternvertreter vor dem Rathaus abhielten, war weniger ein großer Spaß, noch war es ein neuer pädagogischer Ansatz, sondern Protest gegen herrschenden Platzmangel an ihrer Schule - und gegen die Pläne der Stadt. Ihr Unmut an diesem Vormittag las sich so: "Lasst uns nicht im Regen stehen" oder "Wir brauchen 16 neue Räume". Die Forderungen waren deutlich formuliert.

"Platzmangel zu Lasten der Schüler"

Elternvertreter, Lehrer und Schüler wollen einen Anbau für die Schule, mit ausreichend Platz für alle Jahrgänge. Die Beliebtheit der Schule, anhaltend hohe Anmeldezahlen und die angekündigte Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren würden die Raumnot mittelfristig verschärfen, sagte Deutschlehrerin Birgit Behrends. Und dann werde noch ein provisorischer Unterrichts-Container ersatzlos abgerissen, so Elternvertreterin Kathrin Körber. "Der Platzmangel geht zu Lasten der Schüler." Die Stadt lehne einen Neubau von 16 Klassenräumen aus finanziellen Gründen ab, sagt Körber. Dem widerspricht Stadtsprecher Detlef Johannson: Der Schulverwaltung sei der Raumbedarf des Gymnasiums von 18 bis 20 Klassen bekannt.

Plan der Stadt: Unterricht in der Nachbarschule

Dass die Schülerzahlen derart steigen, habe man nicht absehen können, so der Sprecher. Um den Raumbedarf zu decken, seien ein Anbau, ein Neubau oder gemietete Räume in der benachbarten Berufsschule im Gespräch. Bereits nach den Sommerferien soll ein Teil der Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums übergangsweise in der Berufsschule unterrichtet werden - zunächst für drei Jahre. Wie es dann weitergeht, bleibt abzuwarten. Die Elternvertreter befürchten, dass daraus ein Dauerzustand werden könnte.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 19.05.2017 | 12:00 Uhr

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