Stand: 09.03.2018 17:35 Uhr

Pflug soll Erdkabel deutlich billiger machen

So ähnlich wie der Rohr- und Kabelpflug "F220" soll nach Firmenangaben auch das neu entwickelte Gerät aussehen - nur deutlich größer. (Symbolbild)

Ein spezieller Erdpflug aus Bayern soll die Verlegung von Erdkabeln für die Südlink-Stromtrasse günstiger und einfacher machen. Man plane gemeinsam mit dem Spezialunternehmen Föckersperger GmbH die Entwicklung eines entsprechenden Gerätes, sagte Markus Lieberknecht, Sprecher des Stromtrassen-Betreibers Tennet, im Gespräch mit NDR.de. Das Verfahren solle im Raum Baddeckenstedt getestet und bei positivem Verlauf bundesweit eingesetzt werden. Im Idealfall seien so weniger Eingriffe in die Natur nötig, die Bauzeit werde deutlich verkürzt und die Kosten reduziert. Nähere Angaben zu den Kosten wollte Lieberknecht nicht machen.

Kein Allheilmittel: mehrere Verfahren nötig

Der Pflug solle zunächst leere Rohre unter die Erde bringen, durch die später die Kabel verlegt werden können, erklärte Lieberknecht. Man hoffe, bis Ende 2018 mit einem Prototypen ausreichend Erfahrung sammeln zu können, um eine generelle Entscheidung über die Anwendung des Verfahrens zu treffen. Die Pflug-Verlegung sei aber auf jeden Fall nur einer von mehreren Wegen, um Kabel unter die Erde zu bringen: "Für die leichteren Böden in der norddeutschen Tiefebene ist das gut machbar", sagte Lieberknecht. In Süddeutschland, wo deutlich mehr Steine zu finden sind, werde der Pflug aber an seine Grenzen stoßen.

Pflugbauer mit großer Erfahrung

"Wir haben in den letzten 40 Jahren mit unseren Maschinen mehr als 80.000 Kilometer Rohre und Kabel in Deutschland und Europa eingepflügt", sagte Frank Föckersperger, Geschäftsführer und Inhaber des gleichnamigen Kabelpflug-Unternehmens, zu NDR.de. Für gewöhnlich würden Erdkabel verlegt, indem man mit Baggern einen Graben aushebe. Das sei Föckersperger zufolge deutlich aufwendiger als die Nutzung seines Kabelpfluges, der ähnlich wie in der Landwirtschaft eine Furche grabe: "Links und rechts der Strecke wird viel weniger Boden belastet." Wie viel günstiger die Verlegung so werden könne, könne er nicht beziffern: "Aber wenn es deutlich schneller geht, wird es auch billiger."

Bürgermeister begrüßt neues Verfahren

Klaus Kubitschke, Bürgermeister der Samtgemeinde Baddeckenstedt im Landkreis Wolfenbüttel, begrüßte das neue Verfahren. Es könne dazu beitragen, die Akzeptanz unter den Landwirten zu erhöhen. Schließlich hatten diese seit Planungsbeginn der Südlink-Trasse starke Schäden an ihren Ackerböden befürchtet, wenn die Erdkabel mit großen Baufahrzeugen verlegt werden.

Leitung soll 2021 in Betrieb gehen

Mit einer Spannung von 380 Kilovolt soll die Leitung Wahle in Niedersachsen mit Mecklar in der Gemeinde Ludwigsau in Nordhessen verbinden. Die Inbetriebnahme strebt Tennet nach eigenen Angaben bis Ende 2021 an. Ab 2025 soll dann die gesamte Höchstspannungsleitung Strom von den Küsten Norddeutschlands nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren können.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 09.03.2018 | 14:30 Uhr

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