Stand: 09.07.2020 12:30 Uhr

Niedersachsen: Forschen für ein Leben auf dem Mond

Links die Mondlandefähre ALINA, rechts der Rover mit der MOONRISE-Technologie – mit angeschaltetem Laser beim Aufschmelzen von Mondstaub. © Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) Foto: Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)
Niedersächsische Wissenschaftler forschen an Möglichkeiten, per 3D-Drucker auf dem Mond Baumaterialien für Gebäude herzustellen.

Eine Kolonie auf dem Mond? Nicht mehr undenkbar. Und niedersächsische Forscher wollen für den Bau von Unterkünften die Voraussetzungen schaffen. Ein Laser soll 3D-Druck im All ermöglichen - und aus Mondstaub Baumaterial herstellen. Experimente auf der Erde haben schon gut funktioniert sagen die Forscher des Projekts "Moonrise" Den Wissenschaftlern der TU Braunschweig und des Laserzentrums Hannover sei es gelungen, im Einstein-Elevator in Hannover aus Mondstaub Kugeln herzustellen - unter Mond-Bedingungen: "Das ist weltweit einzigartig", sagte Enrico Stoll von der TU Braunschweig gegenüber NDR 1 Niedersachsen.

Nächster Forschungsschritt: Experimente vor Ort

Nun soll das Ganze nicht nur auf der Erde simuliert werden, sondern im All geprobt werden. Funktioniert das auch dort, könnte die Vision einer Kolonie auf dem Mond in absehbarer Zeit umgesetzt werden, glauben die Forscher. "Wenn ich abschätzen müsste, bis wann bemannte und permanente Präsenz auf dem Mond möglich ist, würde ich einfach mal positiv denken und hoffen, dass wir innerhalb der nächsten 15 Jahre Voraussetzungen schaffen können, um ein Leben auf dem Mond permanent zu ermöglichen", sagte Stoll. Die nächste Mission der USA ist für 2024 geplant. Der Bau einer Mondstation soll in acht Jahren beginnen, so Stoll.

Leben auf dem Mond ist der Anfang, Mars ist das Ziel

Eine Kolonie auf dem Mond mit Baumaterialien aus dem 3D-Drucker sei erst der Anfang des Traums vom Leben jenseits der Erde. "Das langfristige Ziel dazu ist, irgendwann auf dem Mars leben zu können", sagte Stoll. "Der Mond ist sozusagen der Sandkasten für den Mars, in dem wir alle wichtigen Technologien erproben und dann versuchen die Forschung vor Ort voranzutreiben."

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 10.07.2020 | 13:30 Uhr

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