Stand: 24.03.2018 09:45 Uhr

Müller und die Millionen: VW-Chef verteidigt Salär

Die Millionengehälter deutscher Konzernmanager sorgen mal wieder für Diskussionen und auch Volkswagen-Chef Matthias Müller steht in der Kritik. Mitte März hatte VW erklärt, dass die Mitglieder des Vorstandes im vergangenen Jahr etwa 50,3 Millionen Euro kassiert haben - deutlich mehr als noch 2016. Damals waren es 39,5 Millionen Euro. Müller, der allein etwa drei Millionen Euro mehr einstrich, verteidigte im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" nun diese Zahlen. Sein Gehalt sei gerechtfertigt, sagte er. Als Begründung führte er unter anderem sein persönliches Risiko an. Als Konzernchef stehe man immer mit einem Fuß im Gefängnis, so Müller. Sein Jahresgehalt lag 2017 bei etwa zehn Millionen Euro.

Stephan Weil und Bernd Althusmann in der Pressekonferenz zur Großen Koalition. © dpa - Bildfunk Foto: Peter Steffen

VW-Millionengehälter: Politiker im Aufsichtsrat

Panorama -

Während Autofahrer auf Entschädigungen warten, kassieren die VW-Bosse Millionen. Politiker von SPD und CDU geben sich empört - sitzen jedoch im Aufsichtsrat des Konzerns.

Weil: Gehälter im Vergleich normal

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte das Gehaltsplus für den VW-Vorstand zuvor scharf kritisiert. Er habe "nach den Abgas-Skandaljahren eine höhere Sensibilität gerade der Top-Manager in Wolfsburg erwartet", sagte er. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich "erstaunt" über die saftigen Zuschläge. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Mitglied des VW-Aufsichtsrates und damit Mitenscheider über die Vorstandsvergütung, sprang stattdessen Müller zur Seite. Im NDR sagte Weil, er könne verstehen, dass viele bei dem Thema die Stirn runzeln. Im Vergleich mit anderen internationalen Großunternehmen seien die Gehälter bei Volkswagen aber "normal".

System zur Bestimmung der Gehälter gerade reformiert

VW selbst begründete den Anstieg der Gehälter vor allem mit der guten Geschäftsentwicklung. Der Konzern hatte sein System zur Bestimmung der Vorstandsgehälter nach Kritik an der Höhe der Bezüge überarbeitet. Seit 2017 gibt es für das Gehalt des Vorstandschefs eine Höchstgrenze von zehn Millionen Euro, für Vorstandsmitglieder liegt diese bei 5,5 Millionen Euro. Während die festen Grundgehälter tendenziell angehoben werden, fallen die Regeln zur Berechnung erfolgsabhängiger Bonuszahlungen strikter aus.

VW bald "weiblicher, jünger und internationaler"?

Weiterhin äußerte sich Müller im "Spiegel" zur künftigen Besetzung des Vorstands bei VW. Das Spitzenmanagement müsse, so der Konzernchef, künftig "weiblicher, jünger und internationaler" werden. Mit Blick auf die aktuelle Führungsebene sagte der 64-Jährige weiter: "Das ist ein riesiges Problem des Konzerns." Bei der Regelung seiner Nachfolge wolle er einmal mitreden, fügte Müller an. "Ich würde auf jeden Fall gerne mit dem Aufsichtsrat diskutieren, wie der Konzern nach meiner Zeit geführt werden soll und von wem."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.03.2018 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

08:02
Hallo Niedersachsen
00:53
Hallo Niedersachsen
05:12
Hallo Niedersachsen