Der Angeklagte in einem Mordprozess steht in einem Gerichtssaal. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pfoertner

"Mord ohne Leiche" - der Angeklagte schweigt zu Vorwürfen

Stand: 24.11.2021 21:30 Uhr

Ein 50-jähriger Bundespolizist soll seinen besten Freund ermordet haben, weil er mit dessen Frau zusammen sein wollte. Der Prozess hat am Mittwoch vor dem Landgericht Braunschweig begonnen.

In dem Prozess um einen "Mord ohne Leiche" hat sich der Angeklagte vorerst nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sein Mandant werde zunächst schweigen, sagte der Verteidiger des Bundespolizisten am Mittwoch im Landgericht. In der Verhandlung geht es um Mord, eine Armbrust, ein verlassenes Auto und jede Menge Blut. Es sind nur Indizien, mit denen die Staatsanwaltschaft Braunschweig den Angeklagten aus Liebenburg im Landkreis Goslar überführen will. Das Verfahren hat mit zwei Wochen Verzögerung begonnen, da zum ursprünglichen Termin einer der Richter erkrankt war.

Hat der Angeklagte mit einer Armbrust geschossen?

Die Anklage ist sich sicher: Der 50-Jährige soll im April seinen besten Freund - Karsten M. - aus dem Haus gelockt, im Garten mit der Armbrust attackiert und dann mit dessen eigenen Pkw abtransportiert haben. Der Angeklagte hatte laut Staatsanwaltschaft mit der Frau des Opfers seit 2016 eine Affäre, ohne dass die Frau Bereitschaft gezeigt habe, ihren Ehemann zu verlassen.

Blut- und Schleifspuren am Auto

Das Auto des Vermissten fanden die Ermittler später auf dem Expo-Gelände in Hannover - dazu Blut- und Schleifspuren. Das Opfer muss getötet worden sein, so der Schluss der Staatsanwaltschaft. Das gilt es in den angesetzten zehn Verhandlungstagen zu beweisen. Der Angeklagte wird dann vermutlich erklären müssen, warum er nach dem Verschwinden des Opfers Material wie Rasengittersteine, Baustahlmatten und Betonfüße gekauft hat. Bislang streitet er die Vorwürfe ab. Er sitzt in Untersuchungshaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 24.11.2021 | 15:00 Uhr

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