Stand: 01.08.2019 21:11 Uhr

Mobiler Blitzer misst in Göttinger Fußgängerzone

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Mitten in der Fußgängerzone hat die Stadt Göttingen ein mobiles Tempo-Messgerät aufgebaut. (Symbolbild)

Wer auf Straßen schneller als erlaubt unterwegs ist, muss damit rechnen, von einer Radaranlage bei Geschwindigkeitskontrollen erwischt zu werden. Oft stehen die Starenkästen an großen Kreuzungen und Landstraßen, wo gerast wird. Die Stadt Göttingen geht einen anderen Weg - sie hat Anfang der Woche ein mobiles Tempo-Messgerät in einer Fußgängerzone in der Innenstadt aufgestellt. Auf zu schnelle Passanten hat es die Anlage an der Gotmarstraße allerdings nichts abgesehen. Stattdessen geht es der Stadt bei der Maßnahme um Anwohner-, Liefer- und Taxiverkehr, die durch die Fußgängerzone fahren.

Auch Radfahrer werden geblitzt

Der graue Kasten soll die Fahrer sensibilisieren, langsamer zu fahren. Eine Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde ist in dem Bereich erlaubt - doch daran halten sich offenbar nicht alle. Wie viele Temposünder schon in die Radarfalle getappt sind, konnte Stadtsprecher Dominik Kimyon am Donnerstag nicht sagen. Auch Radfahrer seien schon geblitzt worden. Sie müssen allerdings keine Konsequenzen befürchten, wie Kimyon NDR 1 Niedersachsen sagte. Ein Grund: Sie haben kein Kennzeichen.

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Taxifahrer beklagen Abzocke

Unterschiedlich verläuft die Bewertung des Fußgängerzonen-Blitzers: Während Taxifahrer von Abzocke sprechen, finden Passanten den Blitzer gut, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Es gibt aber auch Verständnis für die Autofahrer: Die Fußgängerzone sollte neben vorhandenen Schildern zusätzlich über anderen Bodenbelag als solche deutlicher gekennzeichnet werden, heißt es. Ein Inhaber eines Brillengeschäfts argumentiert in eine ähnliche Richtung: Er beklagt zwar die vielen Fahrzeuge vor seiner Tür, der Blitzer sei aber nur eine Alibiaktion der Stadt. Stattdessen müsse der Bereich grundsätzlich umgestaltet werden.

350.000 Euro Einnahmen in zehn Monaten

Das Tempo-Messgerät in der Göttinger Gotmarstraße soll dort bis Ende der Woche aufgestellt bleiben. Ob künftig auch in anderen Bereichen der Göttinger Fußgängerzone geblitzt wird, steht noch nicht fest. Das Gerät an sich, das seit Oktober 2018 regelmäßig an verschiedenen Standorten in Göttingen im Einsatz ist, hat sich für die Stadt schon bezahlt gemacht: 350.000 Euro Verwarn- und Bußgelder für zu schnelles Fahren sind durch den mobilen Blitzer in die Stadt-Kasse geflossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.08.2019 | 12:00 Uhr

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