Stand: 23.04.2019 17:58 Uhr

Mit einem Schlag: Geburtenkontrolle für Tauben

Belagerte Plätze, verdreckte Fassaden: Gerade in größeren Städten sorgen Tauben immer wieder für Ärger. Im Kampf gegen die Überpopulation der Vögel und die Folgen geht die Stadt Braunschweig einen speziellen Weg: In einem eigenen Taubenschlag sollen die Tauben in einem Container gefüttert werden. Von dem zunächst auf ein Jahr befristeten Pilotprojekt erhofft sich die Stadtverwaltung zwei positive Effekte: Zum einen soll das Problem des Taubenkots deutlich reduziert werden - zum anderen soll so die Population besser kontrolliert werden.

Tauben auf einer Lampe

Braunschweig bekommt betreuten Taubenschlag

Hallo Niedersachsen -

Rund 140 Braunschweiger Stadttauben erhalten ein neues Zuhause: Da die Vergrämungsmaßnahmen am Hauptbahnhof erfolglos waren, sollen sie nun in einen Überseecontainer ziehen.

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80 Prozent weniger Taubenkot?

Am Dienstag hat die konkrete Umsetzung des Projekts begonnen: Mithilfe eines Krans wurde ein umgebauter Überseecontainer in Sichtweite einer Eisenbahnbrücke platziert. Bis zu 200 Tauben, die derzeit unter der Brücke in der Nähe des Hauptbahnhofs leben, sollen künftig in dem sechs Meter langen Container hocken - und dort auch einen Großteil ihrer Hinterlassenschaften absondern. Bis zu 80 Prozent des lästigen Taubenkots soll, so die Hoffnung, in dem Container bleiben. Ehrenamtliche Helfer werden den Nistplatz zudem täglich kontrollieren. Dabei ist auch vorgesehen, dass die Tiere mit artgerechtem Futter versorgt werden.

Brutkontrolle mit Eier-Attrappen

Die Idee zu dem Projekt stammt vom Verein Stadttiere Braunschweig e.V. Die Initiatoren hoffen, dass durch den eigenen Taubenschlag die Tiere nicht mehr in der Stadt auf Futtersuche gehen. Zudem werden die Betreuer Eier-Attrappen in die Nester legen. Dadurch würden die Tiere keine neuen Eier legen und somit weniger Nachwuchs ausbrüten, erhofft man sich bei der Stadt Braunschweig. Insgesamt kostet der Taubenschlag 24.000 Euro.

Braunschweig testet Container als Taubenschlag

Auch Hannover plant Taubenschlag

Auch in der Landeshauptstadt Hannover plant man, betreute Taubenschläge einzurichten. Nach Angaben der Stadt gebe es mehrere mögliche Standorte, unter anderem am Hauptbahnhof oder im Stadtteil Linden. Die Stadt sucht derzeit nach geeigneten Orten - etwa einem Dachboden oder einem Standplatz für ein Häuschen auf Stelzen. Zusammen mit Tierschutz-Verbänden werden die Tiere dann betreut, die Plätze gereinigt und gepflegt. Die Taubenschläge sollen in den kommenden Wochen eingerichtet werden. In Hildesheim wird nach Angaben der Stadt derzeit nicht aktiv gegen Tauben vorgegangen. Das Füttern der Tiere ist aber auf Straßen und öffentlichen Plätzen verboten.

Gute Erfahrungen an der Uniklinik in Göttingen

Eine langjährige Erfahrung im Umgang mit den Stadttauben hat man in Göttingen. Vor 15 Jahren begann man dort, Bauwagen zu Taubenschlägen umzurüsten und aufzustellen. Grund war der massive Taubenbefall auf den Dächern des Klinikums. Seitdem habe man gute Erfahrungen mit den sogenannten Taubenwagen gemacht. Die Zahl der Tauben sei dadurch zurückgegangen, heißt es vonseiten der Uniklinik.

Weitere Informationen

Hannover: Mit Taubenschlägen gegen Tauben

Die Stadt Hannover will die Taubenpopulation in den Griff bekommen. Dafür arbeitet sie mit Tierschützern zusammen, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet. (16.04.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.04.2019 | 17:00 Uhr

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