Menschen schauen in dem Ort Schuld im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter auf die Zerstörungen.  Foto: Harald Tittel/dpa

Malteser-Kräfte brechen in die Flutregion Ahrweiler auf

Stand: 01.08.2021 17:54 Uhr

Am Sonntag sind Ehrenamtliche des Malteser Hilfsdienstes in die Flutregion Ahrweiler gestartet. Mit dabei: sieben Einsatzkräfte aus Braunschweig. Auch aus Duderstadt und dem Emsland kommt Hilfe.

Die Malteser wechseln zum dritten Mal ihre Leute vor Ort aus. Dort koordinieren sie Hilfe, bringen medizinisches Material in die Region und sind mehr als 14 Tage nach der Katastrophe vor allem dafür da, den Menschen, die alles verloren haben, zuzuhören. Nach der Flut waren fast 1.100 Einsatzkräfte aus Niedersachsen in die Krisengebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gefahren, darunter Helfende des Technischen Hilfswerks (THW), der Feuerwehren, von Polizei und Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), aber auch Privatpersonen und Landwirte. Das Hochwasser in den betroffenen Gebieten hatte mehr als 180Menschenleben gefordert und einen finanziellen Schaden in Höhe von geschätzt zehn Milliarden Euro verursacht.

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"Jedes dritte Haus von Flut betroffen"

Am Anfang habe es ausgesehen wie im Krieg, sagt der Braunschweiger Malteser Jörg Rütjerodt dem NDR in Niedersachsen. "Die Menschen in Ahrweiler waren in Schockstarre, sie wussten nicht, was sie tun sollten." Inzwischen sei der Schlamm weg, sei vieles aufgeräumt - die Schäden aber sind noch da. Viele Menschen hätten einfach alles verloren, jedes dritte Haus sei betroffen, sagt er. Es gebe jedoch auch wieder Zeichen von Optimismus.

Duderstadt sammelt Geldspenden für das Ahrtal

In Duderstadt im Landkreis Göttingen planen Deutsches Rotes Kreuz, Caritas, Malteser und die Stadt unterdessen ein langfristiges Hilfsprojekt. Unter dem Motto "Duderstadt hilft dem Ahrtal" werden Geldspenden gesammelt, um zum Beispiel vom Hochwasser zerstörten Kindertagesstätten dabei zu helfen, Notgruppen einzurichten.

Feuerwehr Hilter verleiht Fahrzeug nach Bad Neuenahr

Auch im Emsland wollen die Menschen den Opfern des Hochwassers helfen. Am Sonnabend hat sich ein privat organisierter Hilfstransport auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen gemacht, wie die Helfenden dem NDR in Niedersachsen vorab ankündigten. Sofas, Betten, Kühlschränke, Waschmaschinen, Fahrräder - es sei von allem etwas dabei, sagt André Meyer, der die private Spendenaktion organisiert. Beteiligt haben sich den Angaben zufolge viele Privatleute, Landwirte, aber auch Firmen aus der Region. Insgesamt seien fünf Lkw mit Spenden beladen worden. Diese sollen zunächst im Landkreis Euskirchen zwischengelagert und später an Betroffene verteilt werden. Hilfe kommt auch von der Freiwilligen Feuerwehr aus Hilter am Teutoburger Wald im Landkreis Osnabrück. Sie hat in dieser Woche ein Löschfahrzeug als Dauerleihgabe nach Bad Neuenahr-Ahrweiler gebracht. Nach dem Hochwasser waren dort nur noch drei von insgesamt 17 Feuerwehrfahrzeugen einsatzbereit.

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