Stand: 11.06.2020 14:31 Uhr

"Maddie": Verdächtiger noch nicht vernommen

Das Foto zeigt die kleine Madeleine McCann, die in Portugal spurlos verschwunden ist. © dpa - Bildfunk Foto: London Metropolitan Police Handout
"Maddie" verschwand 2007 aus einer Apartmentanlage in Portugal.

Der Verdächtige im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen Madeleine "Maddie" McCann ist bislang nicht von den Ermittlern vernommen worden. "Dieser Zeitpunkt ist für uns noch nicht gekommen", sagte Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Er erklärte, dass eine Vernehmung häufig erst zum Abschluss der Ermittlungen erfolge. Dann könne man dem Beschuldigten auch konkrete Vorhalte zu den Ergebnissen machen, so Wolters.

Chronologie
Ein Foto von Maddie

Der Fall "Maddie" McCann

Im Mai 2007 verschwand die dreijährige "Maddie" McCann im Portugal-Urlaub. Inzwischen gehen Ermittler davon aus, dass sie tot ist. Was geschah in der Zwischenzeit? Eine Chronologie. mehr

43-jähriger Deutscher unter Mordverdacht

Die dreijährige "Maddie" McCann war 2007 aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwunden. Vor wenigen Tagen gaben das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig dann überraschend bekannt, dass es nun einen Tatverdächtigen gibt: einen 43-jährigen Deutschen, der mehrfach vorbestraft ist und früher im Raum Braunschweig gelebt hat. Gegen ihn werde wegen Mordes ermittelt. Zeitgleich gab es einen erneuten Zeugenaufruf in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". Laut Staatsanwaltschaft sind zahlreiche Hinweise eingegangen.

Verteidiger legen Mandat nieder

Der Verdächtige sitzt derzeit in Kiel eine Haftstrafe wegen Drogenhandels ab. Zudem ist der Mann in der Vergangenheit wegen sexueller Straftaten, auch an Kindern, verurteilt worden. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der 43-Jährige zum Schutz vor möglichen Angriffen in einen anderen Trakt des Gefängnisses verlegt wurde. Außerdem haben seine beiden Verteidiger ihr Mandat nach wenigen Tagen niedergelegt. Eine Begründung gaben die Anwälte nicht an. Der 43-Jährige wird nun von zwei anderen Rechtanwälten vertreten.

Verbindungen zu anderem Fall werden geprüft

Möglicherweise gibt es im Fall "Maddie" auch Verbindungen zu einem weiteren Vermisstenfall: Die Staatsanwaltschaft Stendal prüft, ob der Verdächtige für das Verschwinden der fünfjährigen Inga im Jahr 2015 verantwortlich sein könnte. Keine Hinweise auf einen Zusammenhang ergaben sich den Ermittlern zufolge mit dem Fall des sechsjährigen René aus Elsdorf (Nordrhein-Westfalen). Er war 1996 aus einem portugiesischen Badeort, etwa 40 Kilometer von Praia da Luz entfernt, verschwunden.

Weitere Informationen
Blick auf die Justizvollzugsanstalt Kiel. © dpa - Bildfunk Foto: Carsten Rehder

Verdächtiger im Gefängnis unter Schutz

Im Fall der 2007 verschwundenen "Maddie" hat die Polizei den Verdächtigen in Kiel in einen anderen Trakt verlegt. Es bestand die Gefahr von Übergriffen durch andere Mitgefangene. mehr

Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig gibt ein Statement vor Mikrofonen ab. © NDR

Braunschweig: Neue Hinweise im Fall "Maddie"

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft, die im Fall "Maddie" McCann gegen einen 43-Jährigen wegen Mordes ermittelt, hat zahlreiche Hinweise erhalten. Das Bundeskriminalamt wertet aus. mehr

Die Eltern McCann halten auf einer Pressekonferenz ein Foto ihrer entführten Tochter in die Kameras. © dpa - Bildfunk

Hinweise reichen noch nicht für Anklage

Im Fall "Maddie" fehlen der Staatsanwaltschaft Braunschweig noch Hinweise für eine Anklage des Hauptverdächtigen. Ermittelt wird auch in zwei weiteren Fällen von vermissten Kindern. mehr

Ein weiß-gelber VW-Bus steht am Meer. ("VW-Bus rechtsseitig" - Tatrelevantes Foto im Fall des Verschwindens der Madeleine McCann am 03.05.2007 in Praia da Luz) © Bundeskriminalamt Wiesbaden Foto: Bundeskriminalamt Wiesbaden

Zwei Autos im Fokus der Ermittler

Im Fall der vermissten "Maddie" McCann stehen zwei Autos und Handynummern im Fokus der Ermittler. Sie wurden laut BKA und Staatsanwaltschaft Braunschweig womöglich bei der Tat genutzt. mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 08.06.2020 | 18:00 Uhr

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