Stand: 12.06.2020 19:11 Uhr

"Maddie": Machte Braunschweiger Polizei Fehler?

Das Foto zeigt die kleine Madeleine McCann, die vor sechs Jahren in Portugal spurlos verschwunden ist. © dpa - Bildfunk Foto: London Metropolitan Police Handout
Der Verdächtige im Fall "Maddie" McCann war bereits 2013 im Fokus der Ermittler.

Im Fall der 2007 in Portugal verschwundenen dreijährigen Madeleine McCann, genannt "Maddie", soll es eine Ermittlungspanne bei der Braunschweiger Polizei gegeben haben. Dies gehe aus Unterlagen deutscher Behörden hervor, die dem "Spiegel" vorliegen, berichtet das Nachrichtenmagazin. Demnach wurde der heutige Tatverdächtige im Jahr 2013 in einem Schreiben sehr früh darüber in Kenntnis gesetzt, dass er mit dem Fall "Maddie" in Verbindung gebracht wurde. Ein Braunschweiger Ermittler soll dem Verdächtigen, der 2013 in Braunschweig lebte, eine Vorladung geschrieben haben. Er solle als Zeuge in der Vermisstensache Madeleine McCann befragt werden.

Zeit, um mögliche Spuren zu verwischen

Damit habe der Tatverdächtige sehr früh gewusst, dass die Polizei ihn im Blick hat, schreibt "Der Spiegel". Der heute 43-Jährige habe Zeit gehabt, mögliche Spuren zu verwischen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins soll er der Vorladung auch gefolgt sein. Experten bewerteten das Vorgehen der Polizei als sehr unprofessionell, heißt es in dem Bericht.

Staatsanwaltschaft bestätigt Hinweis auf Verdächtigen

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte auf Anfrage von NDR 1 Niedersachsen, dass nach einer Ausstrahlung der ZDF-Sendung "Aktenzeichen xy... ungelöst" im Jahr 2013 ein Hinweis auf den Verdächtigen eingegangen sei. Man habe diesen Hinweis abgeklärt, so die Staatsanwaltschaft. Es hätten sich aber keine Anhaltspunkte für weitere Ermittlungen ergeben. Ob und warum der Verdächtige tatsächlich in der Vorladung über den Grund der Vernehmung informiert wurde, ließ die Staatsanwaltschaft offen.

Fall Inga: Kein Hinweis auf Zusammenhang

Unterdessen gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stendal keine Hinweise darauf, dass der Verdächtige auch für das Verschwinden der fünfjährigen Inga im Jahr 2015 verantwortlich sein könnte. Die Ermittler hatten den Fall auf diese Möglichkeit hin überprüft. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der Mann in der Nähe des Tatorts gewesen sei.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.06.2020 | 12:00 Uhr

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