Stand: 19.03.2018 18:15 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Leibniz-Preis für Göttinger Physiker Ropers

Claus Ropers, Physik-Professor von der Universität Göttingen, steht im Labor für ultraschnelle Elektronenbeugung der Fakultät für Physik an der Universität Göttingen. © dpa - bildfunk Foto: Swen Pförtner
Claus Ropers will sein schnelles Mikroskop nun noch schneller machen.

Und wieder geht der wichtigste Forschungsförderpreis Deutschlands an einen Forscher aus Göttingen: Für die Entwicklung eines ultraschnellen Elektronenmikroskops ist der Physiker Claus Ropers am Montag in Berlin mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet worden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat ihm als einem von elf Preisträgern die mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotierte Auszeichnung zuerkannt. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) gratulierte den Preisträgern: "Der Preis soll Ihnen die Freiheit geben, nach eigenen Vorstellungen und ohne administrativen Aufwand weiter zu forschen." Die Auszeichnung würdige nicht nur die geleistete Arbeit der Forscher, sondern solle Triebfeder für künftiges Schaffen sein, so die Ministerin.

Anerkennung steht dem ganzen Team zu

Ropers und sein Team haben das nach seinen Angaben schnellste Elektronenmikroskop der Welt entwickelt. "Wir können damit im Augenblick fünf Billionen Bilder pro Sekunde aufnehmen", sagte Ropers. Mit dieser Technik untersuchen die Forscher Reaktionen von Festkörpern, wenn diese durch Licht, Wärme oder Strom von einem Zustand in einen anderen wechseln. "Wir wollen uns die Prozesse auf der atomaren Skala anschauen", so Ropers, der seit 2011 Professor für experimentelle Festkörperphysik in Göttingen ist. Herkömmliche Mikroskope seien dabei wenig hilfreich. Mit ihnen könne man nur einige Dutzend Bilder pro Sekunde aufnehmen. "Die Auszeichnung ist eine Bestätigung für die Arbeit", sagt der 40-Jährige. Die Anerkennung stehe aber nicht nur ihm, sondern dem gesamten Team zu.

Mikroskop soll noch schneller werden

Auch deshalb werde er die mit dem Leibniz-Preis verbundene Millionen-Förderung vor allem dazu verwenden, die ohnehin schon sehr guten Bedingungen an der Universität Göttingen für seine Arbeitsgruppe weiter zu verbessern. Denn dem Forscher reicht sein derzeitiges Super-Elektronenmikroskop nicht: "Wir haben eine Entwicklung gestartet, die das Ganze noch tausendmal schneller macht", sagte der Wissenschaftler, der sich zur Entspannung gerne aufs Rennrad setzt. Langfristiges Ziel seiner Arbeit sei es, Grundlagen zu schaffen zum Beispiel für die Entwicklung neuer Speichermedien oder verbesserter Solarzellen. Und dies könne umso besser gelingen, je mehr Bilder pro Sekunde man von physikalischen Prozessen aufnehmen kann.

Vor Ropers gewannen in den Jahren 2015 bis 2017 ebenfalls Göttinger Forscher den renommierten Preis.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.03.2018 | 16:00 Uhr

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