Ein Bagger schaufelt auf dem undatierten Foto in einem Moor bei Dassel im Solling Sägespäne zur Abdichtung in einen Graben. © picture alliance / dpa | Niedersächsische Landesforsten

Landesforsten renaturieren Moore im Solling und Harz

Stand: 21.03.2021 16:23 Uhr

Die Niedersächsischen Landesforsten kümmern sich um weitere Waldmoore im Harz und Solling. Sie dienen als wichtige Wasserspeicher und helfen, sauberes Grundwasser zu bilden.

Mit der Rodung von Fichten und dem Verschließen alter Entwässerungsgräben auf zwei Flächen im Oberharz sollen sich die sumpfigen Gelände in einen Bruchwald wandeln. Zudem sollen dort künftig wieder Torfmoose wachsen können, teilte die Landesforsten mit. Im Solling würden derzeit auch zwei Moore in einen naturnahen Zustand zurückversetzt.

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Moore sollen Kohlenstoff speichern, nicht abgeben

Nur ein lebendiges Moor trage zum Klimaschutz bei, sagte Klaus Merker, Präsident der Landesforsten. Die Wiedervernässung sei Voraussetzung für das Wachstum spezieller Torfmoose, aus denen sich der Moorkörper aufbaue. Gräben und aufwachsende Fichten entzögen dem Gebiet Wasser und ließen Moore schwinden. Dabei würden viele Tonnen Kohlendioxid frei, die zur Klimaerwärmung beitrügen. Ein funktionsfähiges Moor dagegen speichere Kohlendioxid beim Wachsen der Torfmoose. "Wenn sich unsere Waldmoore im Harz und Solling nach der Renaturierung erholt haben, funktionieren sie wieder als Kohlenstoff-Senke", erläuterte Merker.

Wasserhaushalt im Harz verbessern

Nach eigenen Angaben wollen die Landesforsten mit dem Moorschutzprogramm auch den Wasserhaushalt der Mittelgebirge in Südniedersachsen verbessern. Wie ein Schwamm speicherten Moore Niederschlagsmengen und wirkten ausgleichend bei Starkregenfällen, hieß es. Außerdem verbesserten sie die Bildung von sauberem Grundwasser. Nach dem Hochwasser am Harzrand im Sommer 2017 und drei Trockenjahren in Folge werde der Gewässerschutz und die Vorsorge für Trinkwasser selbst im regenreichen Harz immer wichtiger.

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Hallo Niedersachsen | 21.03.2021 | 19:30 Uhr

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