Stand: 23.03.2020 10:53 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Klinikum Peine: Kreis fordert Erhalt

Bild vergrößern
Der Landkreis drängt auf den Fortbestand des Klinikums Peine. (Themenbild)

Der Landkreis Peine will bei den Gesprächen im Insolvenzverfahren des Klinikums für den Erhalt der Arbeitsplätze kämpfen. Das Krankenhaus müsse in Zeiten der Corona-Krise weiterhin leistungsfähig bleiben, sagte Landrat Franz Einhaus (SPD). Die Krankenhausgesellschaft AKH hatte am Freitag den Insolvenzantrag für ihr Haus in Peine gestellt.

Videos
02:35
Hallo Niedersachsen

Insolvenz: Klinikum Peine steht vor dem Aus

Hallo Niedersachsen

Mitten in der Corona-Krise droht dem Klinikum Peine die Pleite. Drei Monate sind Gehälter und der Betrieb noch gesichert. Finanzielle Unterstützung vom Land soll es nicht geben. Video (02:35 min)

Landrat will Sanierungskonzept mit Zukunftsperspektive

"Wir setzen uns mit all unserer Kraft für den Erhalt des Krankenhausstandortes Peine ein", teilte Einhaus mit. "Aus dieser Insolvenzphase heraus müssen ein Sanierungskonzept und eine nachhaltige Zukunftsperspektive entwickelt werden." Der Landkreis Peine stehe dafür bereit. Es sei allen Beteiligten klar, dass das Land Niedersachsen keine Liquiditätshilfen für das Krankenhaus geben könne. "Wir erwarten allerdings die übliche finanzielle Unterstützung für bauliche und technische Veränderungen im Rahmen der Krankenhausplanung. Hier sehen wir das Land ganz klar in der Verantwortung", so Einhaus.

Sozialministerium macht Hoffnung

Ein Staatssekretär des Sozialministeriums sagte der "Peiner Allgemeinen Zeitung", es gebe keine Planung, das Krankenhaus zu schließen, schon gar nicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Der Insolvenzantrag sei völlig überraschend gekommen, jetzt müsse es darum gehen, den Betrieb in Peine aufrecht zu erhalten.

Ver.di spricht sich für Rettungsschirm aus

Die Gewerkschaft ver.di hatte zuvor einen Rettungsschirm für das Krankenhaus gefordert. "Landespolitik und Landkreis müssen jetzt alle Hebel in Bewegung setzen. Gerade in Zeiten von Corona zählt jedes Haus und den Beschäftigten muss Sicherheit garantiert werden", sagte Gewerkschaftssprecher Jens Havemann. "Wir brauchen sofort einen Rettungsschirm." Es sei ein Unding, dass Beschäftigte im Gesundheitssystem, die in dieser Krise ihre Haut für uns alle hinhielten, um ihre Zukunft fürchten müssten.

Coronavirus verhindert Betriebsversammlung

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus gab es laut ver.di am Freitag keine Betriebsversammlung. Die Geschäftsführung sei damit umhin gekommen, den Klinik-Beschäftigten persönlich Rede und Antwort zu dem beantragten Insolvenzverfahren zu stehen. Die Geschäftsführung habe die Beschäftigten lediglich per E-Mail von dem bevorstehenden Schritt informiert, so Havemann. In dem Klinikum werden aktuell auch Corona-Patienten behandelt. In dem Krankenhaus arbeiten derzeit rund 800 Menschen.

Klinik 2003 verkauft

Zuletzt hatte es Pläne gegeben, das zur AKH-Gruppe gehörende Krankenhaus von der Stadt Braunschweig und dem Landkreis Peine zu übernehmen. Der Landkreis Peine hatte das Klinikum 2003 an die AKH-Gruppe aus Celle verkauft.

Weitere Informationen

Braunschweig und Peine wollen Klinikum kaufen

24.01.2020 06:30 Uhr

Die Stadt Braunschweig und der Landkreis Peine haben für das finanziell angeschlagene Klinikum Peine ein erstes Angebot abgegeben. Der Landkreis hatte die Klinik 2003 verkauft. mehr

Landkreis Peine will offenbar Klinikum übernehmen

23.10.2019 11:30 Uhr

Das Klinikum in Peine könnte einen kommunalen Betreiber bekommen. Der Landkreis Peine will nach eigenen Angaben dem bisherigen Betreiber ein Kaufangebot machen. mehr

Corona-Krise: Kliniken kritisieren Wortbruch

Die niedersächsichen Kliniken schlagen Alarm. Sie fühlen sich in der Corona-Krise von der Bundesregierung im Stich gelassen und fordern mehr finanzielle Hilfen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 23.03.2020 | 07:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:19
Hallo Niedersachsen
02:59
Hallo Niedersachsen
02:00
Hallo Niedersachsen