Stand: 27.11.2019 15:04 Uhr

Landesforsten befürchten Trinkwasser-Notstand

Fluss im Wald © fotolia.com Foto: by-studio
Zahlreiche Ortschaften im Solling werden von lokalen Trinkwasserbrunnen versorgt.

Angesichts der Klimakrise sehen die Niedersächsischen Landesforsten in einigen Regionen des Landes die Trinkwasserversorgung bedroht. So habe es im Solling in der Vergangenheit immer relativ hohe und ausgeglichene Niederschläge gegeben und die Bevölkerung vor Ort erhalte das Trinkwasser aus zahlreichen Brunnen unter den Wirtschaftswäldern. Doch die Dürrejahre 2018 und 2019 hätten die Waldböden bis in tiefe Schichten austrocknen lassen, sodass einige Quellen im Solling in diesem Sommer weniger Wasser geliefert hätten.

Quellen bei Fredelsloh liefern weniger Wasser

Als Beispiel nennen die Landesforsten den Ort Fredelsloh im Landkreis Northeim. Dort lieferten die drei umliegenden Quellen normalerweise 15 Kubikmeter Wasser pro Stunde. In den warmen Monaten dieses Jahres seien es jedoch nur neun Kubikmeter gewesen, woraufhin die Leistung der Pumpen gedrosselt werden musste. "Gegen den Klimawandel und einen Jahrhundertsommer sind auch unsere Mischwälder rund um das Trinkwasserschutzgebiet machtlos", sagte der Leiter des Forstamtes Dassel, Thomas Reulecke.

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Harzwasserwerke: Versorgung ist gesichert

Weniger dramatisch bewerten die Harzwasserwerke die Situation. "Im Vergleich zum vergangenen, sehr trockenen Jahr stehen wir in diesem Jahr weitaus entspannter da", sagte ein Sprecher auf Nachfrage von NDR.de. Zwar hätten auch die regenreichen Wochen im Herbst das Defizit aus dem vergangenen Jahr nicht ausgleichen können, aber die Versorgungssicherheit sei gegeben, so der Sprecher.

Borkenkäfer und Pilze greifen geschwächte Bäume an

Neben dem befürchteten Trinkwassermangel sehen die Landesforsten noch ein weiteres Problem infolge der Dürre: Aufgrund des ausgetrockneten Waldbodens seien ganze Waldbestände abgestorben. Seitdem hätten sich Borkenkäfer massenhaft vermehrt und Pilze hätten die geschwächten Bäume befallen. Auch widerstandsfähige Laubbäume zeigen laut der Landesforsten Trockenschäden. Langfristig gelte es, die Wälder im Solling für den Klimawandel zu rüsten. Kurzfristig sei es jedoch die Hauptaufgabe der Forstleute, die Borkenkäfer zu bekämpfen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 27.11.2019 | 13:30 Uhr

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