Stand: 26.07.2017 22:37 Uhr

Kartellvorwürfe: VW hält Austausch für "üblich"

Volkswagen hält sich mit Aussagen zum Kartellvorwurf gegen deutsche Autobauer weiterhin zurück. Der Konzern erklärte nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Mittwochabend lediglich schriftlich, dass ein Austausch zwischen Konzernen zu technischen Fragen "weltweit üblich" sei. Davon profitierten auch Kunden, weil innovative Lösungen schneller verfügbar und preiswerter seien als aufwendigere Einzelentwicklungen. VW verwies etwa auf einheitliche Ladesteckdosen für Elektroautos. Zu weiteren Einzelheiten nehme der Konzern keine Stellung.

Selbstanzeige liegt offenbar seit einem Jahr vor

Die EU-Kommission prüft derzeit Informationen, wonach sich VW, BMW, Daimler, Audi und Porsche in verschiedenen Fragen mutmaßlich abgesprochen haben sollen. Bei der Sitzung beschäftigte sich der VW-Aufsichtsrat mit dem Thema. Einige Mitglieder des Kontrollgremiums hatten zuvor angegeben, vom Kartellverdacht nicht vom Vorstand, sondern aus den Medien erfahren zu haben. "Die Information gegenüber dem Aufsichtsrat ist offen diskutiert worden", teilte Volkswagen mit. Der Vorstand werde den Aufsichtsrat in entsprechenden Angelegenheiten vollumfänglich informiert halten. Außerdem erklärte der Konzern, kooperativ und vertrauensvoll mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Für Aufsichtsratssitzungen gilt Verschwiegenheitspflicht

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der wie Wirtschaftsminister Olaf Lies (beide SPD) Mitglied des Aufsichtsrates ist, sagte, die öffentliche Diskussion der vergangenen Tage habe Sorgen und Ängste ausgelöst. Bei den Vorwürfen gehe es um einen komplizierten Sachverhalt mit einer Vielzahl von technischen Details. "Am Ende steht jeweils eine Kernfrage: Wo handelt es sich noch um einen erlaubten und wettbewerbsneutralen Austausch von Automobilunternehmen?", so Weil. Dies könnten nur die Kartellbehörden beantworten. Er rief die EU-Kommission zu einer "zügigen Klärung" auf.

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Hallo Niedersachsen | 26.07.2017 | 19:30 Uhr

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