Dunkle Wolken ziehen über die Fahnen auf dem Gelände des MAN-Konzerns in Salzgitter. © picture alliance/dpa | Peter Steffen Foto: Peter Steffen

Job-Abbau bei MAN - Aufatmen am Standort Salzgitter

Stand: 26.01.2021 20:33 Uhr

Der Lkw-Hersteller MAN baut in Deutschland 3.500 Stellen ab, davon rund 200 am Standort Salzgitter. Der Betriebsrat spricht von einer guten Nachricht - ursprünglich sollten es 1.400 Stellen sein.

MAN hatte eigentlich vorgehabt, das Komponenten-Werk von Salzgitter nach Krakau in Polen zu verlagern. Dann hätte an dem Standort rund die Hälfte der 2.500 Mitarbeiter ihre Jobs verloren. Nun soll bis Ende 2022 lediglich ein Bruchteil der Stellen wegfallen - und das ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Altersteilzeit und Wechsel zu Mutterkonzern VW

Man sei optimistisch, den Job-Abbau gut auffangen zu können, sagte die Betriebsratsvorsitzende von MAN Truck & Bus Salzgitter, Elke Behmer-Geisler. Möglichkeiten seien etwa Altersteilzeit oder der Wechsel von Mitarbeitern zur Konzern-Mutter VW. Insgesamt wertet sie das Ergebnis laut einem Bericht von NDR 1 Niedersachsen als gute Nachricht für die Beschäftigten in Salzgitter. Die eigentliche Arbeit beginne aber erst jetzt so richtig, sagte Behmer-Geisler. Es stünden Gespräche darüber an, wie es im Werk künftig und konkret weitergehen soll. Am Ende stehe dann ein Tarifvertrag mit der IG Metall.

Gewerkschaft fordert langfristiges Bekenntnis

Auch die Gewerkschaft zeigte sich erfreut darüber, dass der Standort Salzgitter relativ ungeschoren davonkommt. Brigitte Runge vom Bezirksverband Salzgitter-Peine sagte, jetzt müsse das Werk langfristig gesichert werden, zum Beispiel, indem dort weitere, für die Zukunft wichtige Komponenten gefertigt würden.

MAN setzt auf Zukunftstechnologie

Um die Klimavorgaben der EU einhalten zu können, soll MAN völlig neu ausgerichtet und zu einem "führenden Nutzfahrzeughersteller im Bereich Elektro- und Wasserstoffantriebe" umgebaut werden. Das zwischen Vorstand und Betriebsrat vereinbarte Eckpunktepapier sieht "eine Neuaufstellung des Entwicklungs- und Produktionsnetzwerks mit einem starkem Fokus auf Zukunftstechnologien" vor. Ursprünglich wollte MAN 9.500 der 36.000 Stellen in Deutschland und Österreich abbauen. Dagegen war der Betriebsrat vor Gericht gezogen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.01.2021 | 19:00 Uhr

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