Stand: 27.11.2018 15:27 Uhr

"InSight" bringt Göttinger Messgerät auf den Mars

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Das Seismometer soll auf dem Mars Erschütterungen und Beben messen.

Die Landung auf dem Mars ist geglückt, jetzt beginnt für die NASA-Sonde "InSight" die Arbeit: In der Ebene Elysium Planitia nördlich des Mars-Äquators, wo sie gelandet ist, wird die Sonde in den kommenden Tagen geeignete Stellen für die Messgeräte suchen, die sie an Bord hat. Neben einem sogenannten Marsmaulwurf, der sich in den Boden eingraben und kontinuierlich Daten liefern soll, kommt auch ein Seismometer zum Einsatz, das Wissenschaftler des Göttinger Max-Planck-Instituts (MPI) für Sonnensystemforschung mitentwickelt haben. Das Gerät soll Erschütterungen des Bodens und mögliche Beben messen.

Göttinger Forscher jubeln über Marslandung

Göttinger Forscher jubeln über Marslandung

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Die Mars-Sonde "InSight" ist auf dem Roten Planeten aufgesetzt. Auch beim Göttinger Max-Planck-Institut ist die Freude groß. Die Wissenschaftler haben ein Seismometer beigesteuert.

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Sonde schickt gleich das erste Bild

"InSight" war am Montagabend auf dem Mars gelandet. Das erste Bild hat die Sonde gleich kurz darauf an die Erde geschickt. Darauf zu sehen ist ein Stück der Oberfläche des Planeten, ein Stück vom Horizont und ziemlich viel Staub - der wohl bei der Landung aufgewirbelt wurde.

Mission soll Einblicke ins Innenleben des Mars liefern

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Dieses Bild zeigt die Oberfläche des Planeten Mars. Die Sonde "InSight" hat es kurz nach der Landung übertragen.

Weil nach Angaben der NASA bislang nur 40 Prozent aller weltweit gestarteten Mars-Missionen erfolgreich waren, war der Jubel groß - im Kontrollzentrum der NASA im US-amerikanischen Pasadena ebenso wie im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und im MPI in Göttingen. Die MPI-Wissenschaftler erhoffen sich einen Einblick in das Innenleben des Nachbarplaneten. "Wir wollen verstehen, wie sich der Mars seit seiner Entstehung entwickelt hat - und warum er sich heute so deutlich von der Erde unterscheidet", sagte Ulrich Christensen, Direktor des beteiligten MPI und Mitglied des dortigen Seismometer-Teams.

Rückschlüsse auf Entstehung der Erde

Erkenntnisse darüber soll auch der Marsmaulwurf, der den offiziellen Namen HP3 (Heat Flow and Physical Properties Package) trägt, liefern. Er wurde von Wissenschaftlern des DLR entwickelt, Tilman Spohn ist wissenschaftlicher Leiter des Experiments. Ihm zufolge soll HP3 Temperaturen und die Leitfähigkeit des Bodens messen. "Jeder Planet ist im Grunde eine Wärmekraftmaschine", so Spohn. "Die Abwärme, die so eine Maschine abgibt, ist ein Maß dafür, welche Arbeit der Motor in ihr leistet." Diese Abwärme werde gemessen und daraus würden Rechenmodelle über die Entstehung des Planeten erstellt. Daraus wollen die Wissenschaftler schließlich Rückschlüsse auf die Entstehung der Erde ziehen. "Als Erdbewohner haben wir dadurch, dass wir die anderen Planeten erforscht haben, festgestellt, wie besonders die Erde ist", so Spohn.

Erstmals seismologische Messungen auf dem Mars

Über ein Kabel ist der Marsmaulwurf mit der Sonde "InSight" verbunden. Fünf Meter tief soll er sich in den Boden graben und dann zwei Jahre lang Daten an die Erde senden. Es ist das erste Mal seit der Astronauten-Mission Apollo 17 im Jahr 1972, dass Wärmefluss-Messungen auf einem anderen Himmelskörper durchgeführt werden. Auch seismologische Messungen auf dem Mars waren bislang nicht gelungen.

Ein halbes Jahr im Weltall unterwegs

"InSight" hatte sich am 5. Mai dieses Jahr auf ihre 485 Millionen Kilometer weite Reise gemacht. Die Mars-Mission kostet rund 650 Millionen Euro. Das Gebiet, in dem "InSight" gelandet ist, wurde bislang noch nie vom Boden aus erkundet. Anders als der nur rund 500 Kilometer entfernte noch aktive NASA-Rover "Curiosity" wird sich "InSight" nicht bewegen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.11.2018 | 10:00 Uhr

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