Stand: 27.12.2018 12:02 Uhr

"InSight" auf dem Mars: Forscher feiern Premieren

Seit einem Monat ist die NASA-Sonde "InSight" jetzt auf dem Mars. Am 26. November war die Landung geglückt - und Forscher in Göttingen jubelten. Denn an Bord war auch ein Seismometer, das am dortigen Max-Planck-Institut (MPI) für Sonnensystemforschung mitentwickelt wurde. Das Gerät soll Erschütterungen des Bodens und mögliche Beben ("Marsquakes") messen. Und damit kann es jetzt anfangen: "InSight" hat das Seismometer kurz vor Weihnachten mithilfe eines Roboterarms auf dem Roten Planeten platziert. Das sei ein wichtiger Meilenstein der Mission, teilte die NASA mit.

Der ferne Planet ganz nah: Fotos vom Mars

 

Erstes Seismometer auf einem anderen Planeten

Es sei das erste Mal, dass ein Seismometer auf die Oberfläche eines anderen Planeten gesetzt wurde, so die NASA. Noch stehe das Seismometer nicht gerade, der Boden sei leicht gesenkt, sagte Birgit Krumheuer vom Max-Planck-Institut. Deshalb komme jetzt das von den Göttinger Forschern entwickelte Nivelliersystem zum Zuge - es richte das Seismometer exakt aus. Das ist unerlässlich, damit es genau arbeiten kann, wie Krummheuer erklärte. Schließlich werden drei Viertel der wissenschaftlichen Aufgaben dieser Mission vom Seismometer erledigt. Das Gebiet, in dem "InSight" gelandet ist, wurde bislang nicht vom Boden aus erkundet.

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Göttinger Forscher jubeln über Marslandung

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Die Mars-Sonde "InSight" ist auf dem Roten Planeten aufgesetzt. Auch beim Göttinger Max-Planck-Institut ist die Freude groß. Die Wissenschaftler haben ein Seismometer beigesteuert. Video (02:32 min)

DLR steuert Marsmaulwurf bei

Ende Januar soll dann ein weiteres Gerät seinen Platz auf dem Mars einnehmen: der Marsmaulwurf, der den offiziellen Namen HP3 (Heat Flow and Physical Properties Package) trägt. Er wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. HP3 solle Temperaturen und die Leitfähigkeit des Bodens messen, erklärte Tilman Spohn, wissenschaftlicher Leiter des Experiments. "Jeder Planet ist im Grunde eine Wärmekraftmaschine", sagte Spohn im November. "Die Abwärme, die so eine Maschine abgibt, ist ein Maß dafür, welche Arbeit der Motor in ihr leistet." Diese Abwärme werde gemessen und daraus würden Rechenmodelle über die Entstehung des Planeten erstellt. Daraus wollen die Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Entstehung der Erde ziehen. "Als Erdbewohner haben wir dadurch, dass wir die anderen Planeten erforscht haben, festgestellt, wie besonders die Erde ist", so Spohn.

Ein halbes Jahr im Weltall unterwegs

"InSight" hatte sich am 5. Mai auf die 485 Millionen Kilometer weite Reise gemacht. Anders als der nur rund 500 Kilometer entfernte noch aktive NASA-Rover "Curiosity" wird sich "InSight" nicht bewegen. Die Mars-Mission kostet rund 650 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.12.2018 | 12:00 Uhr

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