Stand: 15.04.2019 21:20 Uhr

Helmstedter Revier fordert Hilfen von Merkel

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Das Helmstedter Revier ist ebenfalls vom beschlossenen Ausstieg aus der Kohleförderung betroffen. (Archiv)

Im Jahr 2038 soll endgültig Schluss sein mit dem Fördern von Kohle für die Stromproduktion in Deutschland. Das hat die zuständige Kohlekommission der Bundesregierung empfohlen - und will in den kommenden Wochen einen Plan aufstellen, wie die betroffenen Reviere danach langfristig finanziell unterstützt werden können. Bis zu 40 Milliarden Euro sind im Gespräch. Im Helmstedter Revier sorgen sich die Verantwortlichen dennoch, dass sie dabei nicht genug berücksichtigt werden. In einem Brief wollen sie daher Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Handeln auffordern. Am Montag haben Vertreter der Kommunen sowie aus Wirtschaft, Politik und der Gewerkschaften das Schreiben unterzeichnet.

"Ohne Hilfen vom Bund gelingt der Wandel nicht"

Gemeinsam wolle man ein starkes Zeichen setzen, sagte Landrat Gerhard Radeck (CDU) NDR 1 Niedersachsen. Denn bei allem, was den Medien zu entnehmen sei, dränge sich der Verdacht auf, dass das Helmstedter Revier zumindest nicht an den langfristigen Strukturhilfen des Bundes beteiligt werden solle, so der Landrat. Tatsächlich ist das Helmstedter Revier im Vergleich zu den Fördergebieten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen und Sachsen- Anhalt mit Abstand das Kleinste. Nach Angaben der Kohle-Kommission sind lediglich 150 Arbeitsplätze direkt und 300 indirekt von der Braunkohle abhängig. Einen Plan für die Zukunft gibt es nach Angaben von Radeck bereits: So könnte der Landkreis Helmstedt sich beispielsweise auf das Recyceln von Batterien spezialisieren. Doch ohne Gelder vom Bund, meint auch Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert (CDU), könne der ohnehin strukturschwache Kreis den Wandel nicht gestalten.


15.04.2019 08:59 Uhr

In einer vorangegangenen Version dieses Artikels war Landrat Radeck als parteilos angegeben. Das ist falsch. Radeck ist Mitglied der CDU.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.04.2019 | 08:00 Uhr

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