Stand: 24.08.2018 16:00 Uhr

Harzwasserwerke stoppen Ablauf aus Oderteich

Der Oderteich im Harz ist fast leer.

Die Harzwasserwerke wollen verhindern, dass der fast ausgetrocknete Oderteich, ein Stausee bei Oderbrück (Landkreis Goslar), vollends leerläuft. Am Freitag wurde die bisherige Wasserabgabe an das Flüsschen Sieber am Unterlauf komplett gestoppt. Dass dieser nun trockenfällt, sei nicht mehr problematisch, sagte Sprecherin Marie Kleine NDR.de. Die Anrainer-Betriebe, die das Wasser der Sieber für die Kühlung nutzten, hätten eine Lösung gefunden, wie sie Produktionsausfälle vermeiden könnten, so Kleine. Dieser "Notfallplan" sei am Donnerstag angelaufen. Was sich genau dahinter verbirgt, konnte die Sprecherin nicht sagen.

"Wir sind auf dem Minimum"

Vor mehr als einer Woche hatten die Harzwasserwerke die Abgabe aus dem Oderteich wegen des deutlich gesunkenen Pegelstandes auf rund 100 Liter pro Sekunde gedrosselt, damit die an der Sieber angesiedelten Betriebe das Wasser weiter als Kühlwasser nutzen können. Damals wurde prognostiziert, dass das Wasser der Talsperre, die zum UNESCO Weltkulturerbe Oberharzer Wasserregal gehört und nicht zur Trinkwassernutzung dient, noch bis Ende August ausreicht. Dass der Oderteich nun, ohne weiteren Abfluss, länger Wasser führt, ist allerdings nicht abzusehen. Laut Sprecherin Kleine beinhaltete die Talsperre, die ein Fassungsvermögen von rund 1,7 Millionen Kubikmetern hat, am Freitagmorgen noch rund 30.000 Kubikmeter Wasser. Diese könnten nun zeitnah verdunsten. "Wir sind auf dem Minimum", sagte Kleine. Von den 15 Metern, die der Teich tief sein kann, wurden am Freitagmorgen demnach noch knapp vier Meter erreicht.

Keine größeren Niederschläge in Sicht

Besserung ist nicht in Sicht: In den kommenden zwei Wochen seien keine nennenswerte Niederschläge zu erwarten, so die Sprecherin. Ein komplettes Trockenfallen des Oderteichs wollen die Harzwasserwerke gerne vermeiden. Laut der Sprecherin wird die Talsperre so anfälliger für Bodenablösungen und Schlammbildungen , wenn es wieder zu vermehrten Niederschlägen kommt.

Inspektion von Baumaßnahmen wird kurzfristig entschieden

Unklar ist, ob die Harzwasserwerke den niedrigen Wasserstand für eine Inspektion nutzen. Vor zwei Jahren war der See absichtlich geleert worden. Damals musste der Damm der Stauanlage saniert werden, weil er undicht geworden war. Ob die Harzwasserwerke den Leerstand nun nutzen, um den Zustand der Bausubstanz am Striegel, also dem Ablass des Teiches, zu prüfen, werde kurzfristig entschieden, so die Sprecherin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 16.08.2018 | 14:30 Uhr

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