Stand: 14.08.2018 19:18 Uhr

Harzer Talsperre Oderteich ist fast leer

Der Oderteich im Harz wird wahrscheinlich noch Ende dieser Woche trockenfallen.

Wegen der wochenlangen Trockenheit im Oberharz wird die historische Talsperre Oderteich voraussichtlich am Freitag trockenfallen. Nach Angaben einer Sprecherin der Harzwasserwerke gibt es nicht genug Niederschlag, um den relativ flachen Stausee bei Oderbrück (Landkreis Goslar) ausreichend mit Wasser zu befüllen. Am Dienstagvormittag kam die Talsperre, die zum UNESCO Weltkulturerbe Oberharzer Wasserregal gehört, nur noch auf einen Füllungsgrad von fünf Prozent (rund 85.000 Kubikmeter). Der Oderteich hat ein Fassungsvermögen von rund 1,7 Millionen Kubikmetern Wasser.

Keine Folgen für Trinkwasserversorgung

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Folgen für die Trinkwasserversorgung hat das nicht: Der Oderteich wird für den Betrieb von Wasserkraftwerken genutzt. In der Vergangenheit ist der zwischen 1714 und 1721 erbaute größte aller Oberharzer Teiche schon wiederholt trockengefallen - zuletzt im Jahr 2003. Vor zwei Jahren wurde der See zudem absichtlich geleert. Damals musste der Damm der Stauanlage saniert werden, weil er undicht geworden war. Die Harzwasserwerke wollen den aktuellen Leerstand nun nutzen, um den Zustand der Bausubstanz am Striegel, also dem Ablass des Teiches, zu prüfen.

Niedrigwasser in Hessen wirkt sich auf Niedersachsen aus

Einschränkungen infolge der Trockenheit zeichnen sich auch in der Oberweser bei Hann. Münden ab. Derzeit liegt der Pegel dort noch bei rund 1,30 Meter. Allerdings wird der Wasserstand der Weser durch den Abfluss aus der Edertalsperre in Hessen gestützt. Und das könnte bald zum Erliegen kommen: Die Talsperre sei nur noch zu 29 Prozent gefüllt, wie Katrin Urbitsch, Leiterin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Hann. Münden, NDR 1 Niedersachsen sagte. Angesichts eines Stauraums von 199 Millionen Kubikmetern ist zwar immer noch eine Menge Wasser in der Edertalsperre. Dennoch könnte es kritisch werden. Jeden Tag würden zwei Millionen Kubikmeter Wasser abgegeben, um den Pegelstand der Weser hoch zu halten. Die Folge: Wenn es in den nächsten Tagen nicht zu nennenswerten Niederschlägen komme, könnte dies bedeuten, dass der Wasserstand der Weser nur noch neun Tage lang gestützt werde, befürchtet Urbitsch.

Schifffahrt auf Oberweser drohen Probleme

Das könnte Folgen für die Schifffahrt auf der Oberweser haben: Normalerweise garantiere das Schifffahrtsamt einen Mindestwasserstand von 1,15 Metern am Pegel Hann. Münden, sagte Urbitsch. Durch den Wegfall des Wassers aus der Edertalsperre könne dieser auf 70 Zentimeter fallen. In der Folge könnten die Fähren an der Weser und die Kiesschiffe in Rinteln dann nicht mehr fahren, so Urbitsch. Auch die Ausflugsdampfer müssten ihr Angebot einschränken. Jörg Menze, Chef der größten Ausflugsdampfer-Reederei, sieht die Lage nicht so dramatisch. Die Edertalsperre sei nicht der einzige Wasserlieferant. In den vergangenen Jahren habe es immer wieder auch noch Niederschläge gegeben, die die Lage entspannt hätten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 14.08.2018 | 14:30 Uhr

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