Stand: 01.09.2020 21:24 Uhr

Harz: Grabungen in Einhornhöhle gehen weiter

In der Einhornhöhle bei Scharzfeld (Landkreis Göttingen) gehen am Dienstag die Ausgrabungen weiter. Die Höhle ist ein Schlüsselfundplatz für die Erforschung des Neandertalers im Norden. Sehr gut erhaltene Tierknochen und Werkzeuge wurden dort nach Angaben des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege bereits gefunden. Gleichzeitig können Forscher anhand der Ablagerungen die natürlichen Klimaveränderungen von der Eiszeit bis heute rekonstruieren. So wollen sie mit den jetzigen Grabungen klären, wann und unter welchen klimatischen Bedingungen sich Menschen im Harz aufgehalten haben.

Größte begehbare Höhle im Westharz

Aufschluss darüber sollen freigelegte Steingeräte, Überreste von Tieren und physikalische Altersdatierungen der verschiedenen Fundschichten geben. An den Grabungen beteiligen sich Studierende aus Göttingen, Clausthal-Zellerfeld, Braunschweig, Tübingen, Regensburg und Bochum. Die Einhornhöhle ist die größte begehbare Höhle im Westharz, die Gänge sind insgesamt rund 700 Meter lang. In den 80er-Jahren ergaben Ausgrabungen, dass Neandertaler vor mindestens 130.000 Jahren die Höhle besiedelt hatten. Ihr Name rührt daher, dass bereits im Mittelalter Sammler in der Höhle nach Tieren suchten, die sie für Einhörner hielten. Später erkannten Forscher, dass es sich bei den Knochenfunden unter anderem um die von Höhlenbären und Wölfen handelte.

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Grabungsleiter Dirk Leder arbeitet in der Einhornhöhle im Zechstein-Dolomit im Harz an Grabungen. © NDR Foto: Eva Werler

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Lampen beleuchten einen Durchgang in der Einhornhöhle in Scharzfeld. © dpa-Bildfunk Foto: Caroline Seidel

In der Höhle der Bären und Wölfe

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 31.08.2020 | 15:30 Uhr

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