Stand: 12.06.2018 13:27 Uhr

Hann. Münden: Tourismusabgabe lässt Kasse klingeln

Knapp ein Jahr nach dem Start der von den betroffenen Geschäftsleuten kritisierten Tourismusabgabe hat die Verwaltung in Hann. Münden (Landkreis Göttingen) eine erste Bilanz vorgelegt. Demnach hat die Stadt seit Einführung der Abgabe am 1. Juli 2017 rund 91.000 Euro eingenommen. Rund 50 Geschäftsleute hatten daraufhin Widerspruch gegen die Abgabe eingelegt.

Mehreinnahmen von 150.000 Euro jährlich?

Knapp die Hälfte der Widerspruchsfälle habe sich mittlerweile erledigt, sagte Stadtsprecherin Julia Bytom. Sollten auch die noch offenen Widersprüche zugunsten der Stadt abgeschlossen werden, rechnet die Verwaltung sogar mit Mehreinnahmen von bis zu 150.000 Euro im Jahr. Das Geld soll ausschließlich in die touristische Vermarktung der Stadt fließen. Auch die Verwaltung in Goslar prüft derzeit die Einführung eines kommunalen Tourismusbeitrags. Zwecks Datenerhebung wurden bereits Ende vergangenen Jahres "alle möglichen Beitragspflichtigen" angeschrieben und über 7.000 Meldebögen versandt.

Abgabe führt zur Schließung von Café

Die Betreiberin des Café Aegidius in Hann. Münden, Christiane Langlotz, übt heftige Kritik an der Tourismusabgabe. Die Abgabe würde ihren Betrieb mit jährlich rund 3.000 Euro zusätzlich belasten. Man habe mit einem Café in einem historischen Kirchengebäude ohnehin ziemliche Schwierigkeiten, wirtschaftlich zu arbeiten, weil man lediglich sieben Monate öffnen könne, erklärte Langlotz NDR 1 Niedersachsen. Um den geforderten Tourismusbeitrag leisten zu können, müsse sie mindestens 12.000 Euro mehr Umsatz erwirtschaften, so Langlotz. "Und dieser Beitrag, der auf uns zu kommt, ist so hoch." Die Gastronomin kündigte die Schließung des Cafés noch für dieses Jahr an.

Kritik von der IHK Hannover

Kritik an der Tourismusabgabe kommt auch von der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen. In einem Positionspapier heißt es, eine zusätzliche Belastung wie die Tourismusabgabe schränke die Entwicklungsfähigkeit der Betriebe ein und sei das falsche Signal. Bei der IHK verweist man auf die kommunale Gewerbesteuer, mit der die Betriebe nach Überzeugung des Verbandes einen ausreichenden Beitrag zur Refinanzierung der touristischen Infrastruktur leisteten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.06.2018 | 09:00 Uhr

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